Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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„Iſt das wirklich wahr, Frau Bandoin?“ fragte der Com⸗ miſſär betroffen.

„Toben, Drohungen, Bitten,“ fuhr Dagobert fort, — „nichts hat gefruchtet. Sie antwortete mir mit ihrer heiligen Sanftmuth: Ich kann nichts ſagen. — Nun hören Sie, Herr Commiſſär, was ich ſage. Meine Frau hat durchaus keinen Vor⸗ theil von dem Verſchwinden dieſer Mädchen. Sie ſteht gänz⸗ lich unter der Herrſchaft ihres Veichtvaters. Auf ſeinen Be⸗ fehl hat ſie gehandelt. Sie iſt blos das Werkzeug. Er al⸗ lein iſt der Schuldige.“

Während Dagobert ſprach, betrachtete der Commiſſär mit ſteigender Aufmerkſamkeit die alte Frau, welche von der Mayeur geſtützt, bitterlich weinte. Er beſann ſich einen Au⸗ genblick, trat einen Schritt näher zu der Alten und ſagte: „Frau Baudvin, haben Sie gehört, was Ihr Mann erklärt hat?“

„Ja, lieber Herr.“

„Was haben Sie zu Ihrer Rechtfertigung zu ſagen?“

„Herr Commiſſär,“ fiel Dagobert ein. „Ich klage ja nicht meine Frau an — das fällt mir nicht ein — ſondern ihren Beichtvater.“ — „Herr Baudoin,“ verſetzte der Polizeicommiſſir, „Sie

haben ſich an eine Amtsperſon gewandt. Und der Amts⸗ perſon kommt es zu, ſo zu verfahren, wie ſie zur Entdeckung der Wahrheit verfahren zu müſſen glaubt. — Nochmals, Frau Baudoin, was haben Sie zu Ihrer Rechtfertigung zu ſagen?“

„Ach, nichts, lieber Herr!“

„Iſt es wahr, daß Ihr Mann, als er von Ihnen wegging, dieſe Kinder unter Ihrer Obhut gelaſſen hat?“

„Ja, lieber Herr!“ „Iſt es wahr, daß er ſie bei ſeiner Rückkehr nicht mehr hier vorgefunden hat?“ 4. iieer Herr

„Iſt es wahr, daß Sie auf ſeine Frage, wo ſie wären, ihm geantwortet haben, Sie könnten ihm nichts darüber ſagen?“

Mit ungeduldiger Neugier ſchien der Polizeicommiſſär die Antwort auf dieſe Frage zu erwarten. Und Franeisca ſagt