Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

— 160 — laſſen. Ich war genöthigt, wegen einer ſehr dringenden An⸗ gelegenheit wieder abzureiſen Dieſen Morgen, während mei⸗ ner Abweſenheit, ſind ſie verſchwunden. Und ich bin gewiß, den Menſchen zu kennen, der ihr Verſchwinden bewirkt hat.“

„Lieber Freund!“ rief Francisca voll Angſt.

„Herr Bandoin,“ bemerkte der Beamte, „Ihre Erklärung betrifft eine ernſte Sache. Verſchwinden von Perſonen — vielleicht geſetzwidrige Einſperrung! — — Sind Sie wirklich Ihrer Sache gewiß?“

„Vor einer Stunde waren dieſe Mädchen noch hier, Herr Commiſſär. Ich wiederhole, in meiner Abweſenheit ſind ſie entführt worden.“

„Ich möchte an der Aufrichtigkeit Ihrer Erklärung nicht zweifeln, Herr Baudoin,“ entgegnete der Beamte. „Indeß eine ſo plötzliche Entführung — — iſt ſchwer zu erklären. Wer hat Ihnen geſagt, daß dieſe Mädchen nicht wiederkommen werden? Kurz, wen haben Sie im Verdacht? — Noch ein Wort, ehe Sie Ihre Anklage vorbringen. Vergeſſen Sie nicht, daß eine Amtsperſon Sie anhört. Wenn ich von hier weggehe, iſt die Sache vielleicht bei Gericht anhängig“

„Das will ich eben, Herr Commiſſär. Ich bin verant⸗ wortlich für dieſe Mädchen gegen ihren Vater. Er kann jeden Augenblick ankommen, und es iſt mir darum zu mich zu rechtfertigen. 2 ch begreife das,“ erwiederte der Beamte. „Aber noch⸗ mals nehmen Sie ſich in Acht, daß Sie ſich nicht durch vielleicht unbegründeten Argwohn irre leiten laſſen. Wenn

Ihre Anſchuldigung einmal ausgeſprochen iſt, würde ich viel⸗

leicht genöthigt ſeyn, auf der Stelle vorſorglich gegen die Perſon einzuſchreiten, die Sie anklagen. Hätten Sie ſich nun einen Irrthum zu Schulden kommen laſſen, ſo würde das ſehr ernſte Folgen für Sie haben. Was brauche ich Ihnen viel zu ſagen? Betrachten Sie dies Mädchen und ſehen Sie die Folgen einer falſchen Anklage.“

„Hörſt Du,“ lieber Freund?“ rief Francisca in ſteigender Angſt über den Entſchluß Dagobert's in Betreff des Abbé Dubvis. „Ich bitte Dich um Gotteswillen, ſprich kein Wort

weiter.“ 2

war, je mehr er hatte, deſo k

—