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Aber es fiel ihr der Schwur ein, den ſie ihrem Beichtvater geleiſtet, hatte und deſſen Verſicherung, daß es ſich um die ewige Seligkeit der Kinder handle. Sie betrachtete ihre Regung als eine Verſuchung, für welche der Abbé Dubois ſie hart anlaſſen würde, und entgegnete ihrem Mann in ängſt⸗ lichem Ton: „Wie könnte man Dir vorwerfen, die Kinder beſtohlen zu haben?“
Dagobert fuhr mit der Hand über die Augen und antwor⸗ tete: „Wenn dieſe Mädchen ſo vielen Mühſeligkeiten und Widerwärtigkeiten getrotzt haben, um aus Sibirien hieher zu kommen, ſo iſt es geſchehen, weil es ſich für ſie um eine höchſt wichtige Sache, vielleicht um ein unermeßliches Ver⸗ mögen handelt. Erſcheinen ſie nicht am 13. Februar hier zu Paris in der Franciscusſtraße, ſo iſt alles verloren, und zwar durch meine Schuld, denn ich bin verantwortlich für das, was Du gethan haſt.“
„Den dreizehnten Februar? — Franciseusſtraße?“ wieder⸗ holte die alte Frau. „Das iſt wie bei Gabriel.“
„Wie ſo, bei Gabriel?
„Als ich den armen Findling aufnahm, trug er am Hals eine kupferne Denkmünze.“
„Eine kupferne Denkmünze?“ fragte Dagobert erſtaunt.
„Und darauf ſtand: Zu Paris werdet ihr ſeyn am 13. Februar 1832 in der Sanct Franciscus Straßes“ „Ja. Woher weißt Du das?“ fragte Franecisca.
„Alſo auch Gabriel!“ murmelte Dagobert für ſich. — „Weiß Gabriel, daß Du dieſe Münze bei ihm gefunden haſt?“
„Ich habe es ihm ſeiner Zeit geſagt. Er hatte auch, als ich ihn aufnahm, in ſeinem Kleid eine Brieftaſche voll Papiere, die in einer fremden Sprache beſchrieben waren. Ich habe ſie meinem Beichtvater, dem Herrn Abbé Dubvis, übergeben, damit er ſie unterſuchte. Später hat er mir geſagt, dieſe Papiere hätten wenig Wichtigkeit. Dann hat ein chriſtlicher Mann, Herr Rodin, die Erziehung Gabriel's übernommen und ihn ins Seminar gebracht, und dieſem Herrn Rodin hat der Herr Abbé Dubois die Papiere und die Denkmünze übergeben. Seitdem hab' ich nichts mehr davon gehört.“
Als Francisca ihren Beichtvater erwähnte, ging dem al⸗
ten Soldaten ein Licht auf. Zwar war er weit entfernt, ſich


