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„Du haſt Grund, ſie zu lieben,“ ſagte Franeisca.
„Nun, beruhige Dich,“ fuhr Dagobert fort. „Du kennſt mich. Mit meiner Bärenſtimme bin ich eben doch ein guter Kerl. Da Du Dich auf die Nachbarin verlaſſen kannſt, ſo iſt das Unglück nicht ſo groß. Aber in Zukunft, gute Fran⸗ eisca, thue und laſſe nie etwas in Bezug auf ſie, ohne mich zu fragen. Alſo die Kinder haben ein wenig mit Freuden⸗ ſtörer ausgehen wollen?“
„Nein, lieber Freund. Ich — —“
„Wie? Nein? Wer iſt denn die Nachbarin, der Du ſie anvertraut haſt? Wohin hat ſie die Kinder geführt? Wann wird ſie dieſelben zurückbringen?“
„Ich — — weiß nicht — —“ ſtotterte Francisca mit ſchwacher Stimme.
„Du weißt es nicht?“ rief Dagobert gereizt. Sofort aber unterdrückte er ſeine Aufwallung und fuhr im Tone freund⸗ ſchaftlichen Vorwurfs fort: „Du weißt es nicht? Hätteſt Du ihr nicht eine Zeit beſtimmen, oder noch beſſer, Dich nur auf Dich verlaſſen und ſie niemanden anvertrauen können? Die Kinder müſſen Dich ſehr dringend gebeten haben, ſie ausge⸗ hen zu laſſen. Sie wußten, daß ich den Augenblick wieder⸗ kommen würde. Wie kommt es, daß ſie mich nicht erwartet haben? — Franeisca, ich frage Dich, warum haben ſie mich nicht erwartet? — — So antworte doch! — — Schwere⸗ noth! Du könnteſt machen, daß ein Heiliger des Teufels würde!“ rief Dagobert, auf den Boden ſtampfend. „Ant⸗ worte mir doch!“
Dieſe wiederholten dringenden Fragen, welche zur Ent⸗ deckung der Wahrheit führen ſollten, waren für die arme Frau eine langſame, unerträgliche Qual. Sie wollte denſelben ein Ende machen, und lieber ſich mit einem Mal dem Zorne ih⸗ res Mannes ausſetzen, als ein demüthig duldendes, aber ihrem vor Gott abgelegten Verſprechen treues, Opfer. Unfähig auf⸗ zuſtehen, ſenkte ſie das Haupt, ließ ihre Arme zu beiden Sei⸗ ten ihres Stuhles herabhängen und ſagte beklemmt: „Mache mit mir, was Du willſt. Aber frage mich nicht mehr, was aus dieſen Kindern geworden iſt. Ich kann Dir keine Ant⸗ wort geben.“
Der Blitz hätte vor den Füßen Dagoberi's ein ſchlagen
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