anders, als gleich ſeyn?“
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„Ach ja!“ erwiederte Blanca. „Wir haben auch viel ge⸗ weint über unſeren alten Jovial.“
Nach einigen Minuten hob Frau Grivois den Kopf in die Höhe, wiſchte ſchließlich ihre Augen ab und ſagte mit weicher, faſt liebreicher Stimme: „Entſchuldigen Sie, Fräulein. Ich habe eine Regung des Unwillens oder vielmehr heftigen Schmerzes nicht zurückhalten können. Ich habe mit Zärtlich⸗ keit an dieſem armen Hund gehangen, der ſeit ſechs Jahren nicht von meiner Seite gekommen iſt.“
„Wir bedauern dies Unglück,“ erwiederte Roſa. „Was uns tief betrübt, iſt, daß es ſich nicht wieder gut machen läßt.“ „Eben“ fügte Blanca hinzu, „habe ich meiner Schweſter geſagt, daß es uns um ſo leider thue, da wir in einem ähnlichen Fall geweſen ſeyen. Wir hatten ein altes Pferd, welches uns aus Sibirien gebracht, und wir haben es eben⸗ falls ſehr beweint.“
„Nun, liebe Kinder,“ ſprach Frau Grivois, „laſſen Sie uns nicht weiter daran denken. Es iſt meine Schuld. Ich hätte ihn nicht mitnehmen ſollen. Aber getrennt von mir,
war er immer ſo traurig. Sie begreifen dieſe Schwächen.
Wenn man ein gutes Herz hat, ſo iſt man Vieh und Men⸗ ſchen gut. Von Ihrem guten Herzen hoffe ich Verzeihung für meine Empfindlichkeit.“
„Wir denken nicht mehr daran,“ ſagte Roſa. Es thut uns nur leid, Sie ſo betrübt zu ſehen.“
„Es wird vorübergehen, liebe Kinder, es wird vorüberge⸗ hen. Der Anblick der Frende, welche Ihre Verwandte bei Ihrem Erſcheinen empfinden wird, ſoll beitragen, mich zu tröſten. Wie glücklich wird ſie ſeyn! Sie ſind ſo lieb! Die Sonderbarkeit, daß Sie ſich ſo ſehr einander gleichen, ſcheint noch das Intereſſe zu vermehren, welches Sie einflößen.“
„Sie beurtheilen uns mit zu viel Güte,“ entgegnete Blanca.
„Nein, gewiß nicht. Auch bin ich überzeugt, Ihr Character gleicht ſich, wie Ihre Geſichter.
„Das iſt ſehr natürlich,“ bemerkte Roſa. „Seit unſerer Geburt ſind wir nie eine Minute von einander gekommen, weder bei Tag noch bei Nacht. Wie kann unſer Charakter


