Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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traurig und bittend die Waiſen an mit einem Blick ſanften Vorwurfs, als wollte es ſie tadeln, daß ſie ihren einzigen Beſchützer fortjagten. Auf einen neuen Befehl, den Blanea ihm in ſtrengem Tone gab, ſprang er, den Schwanz hängen laſſend hinaus, vielleicht mit dem Bewußtſeyn, daß er ein wenig zu halsbrecheriſch gegen Monſieur verfahren ſey.

Frau Grivvis, der es darum zu thun war, ſchleunig aus dieſem Quartier zu kommen ſtieg eilends ein. Der Kutſcher machte den Schlag zu, ſprang auf den Bock und jagte davon. Die Kammerfrau, eine Begegnung mit Dagobert fürchtend,

ließ klüglich die Vorhänge herab. Nachdem dieſe Maßregel getroffen war, dachte ſie an Monſieur, den ſie über die Ma⸗ ßen zärtlich liebte, wie man oft bei boshaften Menſchen fin⸗ det, welche die ihrem Nebenmenſchen entzogene Zuneigung einem Thier zuwenden. Sie hing leidenſchaftlich an dieſem böſen, biſſigen, feigen Hund, vielleicht in Folge einer gewiſſen Wahlverwandtſchaft. Dieſe Zärtlichkeit hatte ſeit ſechs Jah⸗ ren gedauert und mit den Jahren des Mopſes zugenommen. Frau Grivvis, welche den Vorderſitz eingenommen hatte, rief: „Monſieur!“ Monſieur hatte triftige Gründe nicht zu ant⸗ worten. „Garſtiger Trotzkopf!“ fuhr die Kammerfrau freund⸗ lich fort. „Es iſt ja nicht meine Schuld, daß der häßliche

große Hund in die Kutſche gekommen iſt. Nicht wahr, Fräu⸗

lein? Komm, küſſe mich und laß uns Frieden machen, Du kleiner Eigenſinn!“

WMonſieur blieb ſtumm wie ein Fiſch. Roſa und Blanca ſahen ſich verlegen einander an. Sie kannten Freudenſtörers derbe Manieren, glaubten aber nicht, daß der kurze Streit den tragiſchen Ausgang genommen habe. Frau Grivvis, mehr ver⸗

wundert als beunruhigt über die Hartnäckigkeit, mit welcher

der Mops ihren liebevollen Zuruf unerwiedert ließ, bückte ſich, um ihn unter dem Sitz hervorzuholen, wo er ſich nach ihrer Meinung mürriſch verſteckt hielt. Sie faßte ſeine Pfote, zog ihn ungeduldig hervor und ſagte in halb ſcherzen⸗ dem, halb ärgerlichem Ton: „Komm, gutes Kerlchen! — — Du wirſt dieſen Fräulein einen ſchönen Begriff von deinem

häßlichen Character geben.“ Sie ſtaunte erſt über die Schlaff⸗ heit, mit welcher Monſieur dem Zug ihrer Hand folgte;