Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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„Allerdings. Sie hat erfahren, daß Sie angekommen ſind. Aber da ſie noch an einer langen Krankheit leidet, hat ſie mich beauftragt, Sie zu ihr abzuholen. Leider werden Sie dieſelbe, wie ſie in dem Brief an Frau Baudoin ſchreibt, nur einige Augenblicke ſehen können, und in einer Stunde werden Sie wieder hieher zurückkommen. Aber morgen oder ſpäter

wird ſie im Stand ſeyn, auszugehen, ſich mit Frau und Herrn

Baudoin zu verſtändigen und Sie zu ſich zu nehmen; denn

es wäre ihr ſehr leid, wenn Sie Leuten, die ſo gütig gegen

Sie geweſen ſind, zur Laſt ſeyn ſollten.“ Dieſe letzten Worte machten eine ſehr vortheilhafte Wir⸗

kung auf die beiden Schweſtern, indem ſie ihre Beſorgniß

zerſtreuten, eine Urſache der Verlegenheit für die Familie Dagobert's zu bleiben. Wäre die Rede davon geweſen, ganz das Haus in der Briſe⸗Miche⸗Gaſſe zu verlaſſen, ſo würden ſie Anſtand genommen haben, es ohne Zuſtimmung Dagobert's zu thun. Aber die fremde Dame ſprach ja nur von einem Beſuch auf eine Stunde. Sie fanden alſo durchaus kein Be⸗ denken, und Roſa ſagte zu der alten Frau: „Nicht wahr, Frau Baudoin, wir können unſere Verwandte beſuchen, ohne die Rückkehr Dagobert's abzuwarten?“

„Gewiß,“ antwortete die Alte mit ſchwacher Stimme, „denn Sie werden ja gleich wiederkommen“

„Nun, Frau Baudoin,“ ſagte die Grivois, „bitte ich die Fräulein, baldigſt mit mir zu kommen, denn ich möchte ſie vor Mittag wieder zurückbringen.“

„Wir ſind bereit,“ ſprach Roſa.

„So küſſen Sie denn Ihre zweite Mutter,“ fuhr die Kam⸗ merfran fort, kaum ihre Beſorgniß wegen einer plötzlichen Rückkehr Dagobert's verhehlend.

Roſa und Blanca umarmten die alte Frau. Dieſe konnte kaum ihre Thränen zurückhalten, als ſie die lieben ſchuldloſen Geſchöpfe überlieferte, obwohl ſie feſt überzeugt war, daß ſie es zum Heil ihrer Seelen that.

„Kommen Sie, Fräulein,“ ſagte Frau Grivois freundlich. „Geſchwind! Entſchuldigen Sie meine Ungeduld. Aber ich ſpreche im Namen Ihrer Verwandten.“ Die beiden Schweſtern verließen Hand in Hand das Zim⸗ mer und gingen hinter Frau Grivvis die Treppe hinab. Freu⸗

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