Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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des Schweigens, während deſſen ſie ſich zu faſſen ſchien: „Ach, liebe Frau, ſo eben bin ich Zeuge eines großen Un⸗ glücks geweſen! Entſchuldigen ſie meine Verrwirrung. — Aber wahrhaftig — — ich bin entſetzlich angegriffen!“

„Um Gottes Willen, was iſt denn?“ fragte Francisca, im⸗ mer fürchtend, die Abgeſandte möchte ſich verrathen.

„Vorhin,“ fuhr Frau Grivois fort, „war ich gekommen, um mit Ihnen über eine wichtige Sache zu reden. Während ich Sie erwartete, hat ein verwachſenes Mädchen verſchiedene Sachen zuſammengepackt.“

„Ganz recht,“ bemerkte Francisca. „Das iſt die Mayeux, eine brave Perſon.“ — „Ich dacht' es wohl, Frau Baudoin. Nun hören Sie, was geſchehen iſt. Da Sie ausblieben, entſchloß ich mich, einen Gang in die Nachbarſchaft zu machen. Ich ging hinunter und kam in die Merryſtraße. Ach, liebe Frau! — —“

„Nun, was denn?“ fragte Dagobert.

„Ich bemerkte einen Zuſammenlauf und fragte, was das bedeute. Man ſagte mir, ein Stadtſergent habe ein Mäd⸗

chen verhaftet, weil ſie einen Pack mit Sachen trug, die nicht

ihr zu gehören ſchienen. Ich trat hinzu. Was ſah ich? Die Perſon, welche ich wenige Augenblicke vorher hier ge⸗ troffen hatte!“

„Ach, das arme Kind!“ rief Franeisea erbleichend und die Hände ringend. „Welches Unglück!“

„Was war denn das für ein Pack?“ fragte Dagobert.

„Lieber Freund,“ antwortete die alte Frau, „ich muß es Dir geſtehen. Ich befand mich in Verlegenheit und bat die arme Mayeux, verſchiedene Sachen, die wir nicht nöthig ha⸗ ben, ins Pfandhaus zu tragen.“

„Und man hat geglaubt, das ehrliche Mädchen hätte ſie ge⸗ ſtohlen?“ ergänzte Bagobert. „Das iſt entſetzlich! Aber Sie, Madame, hätten dazwiſchen treten und ſagen ſollen, daß Sie das Mädchen kennen.“

„Ich habe es verſucht,“ log Frau Grivois. „Aber man hörte nicht auf mich. Der Auflauf ward immer größer; die Wache kam und führte ſie weg.“

„Sie iſt im Stand daran zu ſterben, gefühlvoll und ſchüch⸗ tern, wie ſie iſt!“ rief Francisca.

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