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Sie mich angehört haben. Ich habe nicht geſtohlen! — ach Gott! — ich habe nicht geſtohlen! — Ich wollte Jemand einen Gefallen thun — — Laſſen Sie mich Ihnen ſagen —“
„Du kannſt es auf der Wacht ſagen,“ rief der Stadtſer⸗ gent. „Wenn Du nicht gehſt, wirſt Du geſchleift.“
Das arme Mädchen ward fortgeführt. Bei jedem Schritt wollte ſie zuſammenſinken. Der Stadtſergent und der Poli⸗ zeidiener mußten 3 den Arm reichen, und ſie nahm willen⸗
los dieſe Unterſtützung an. Das Geſchrei und das Halloh brachen von neuem los. Unter dem nebeligen Himmel in der kothigen Straße zwiſchen hohen ſchwarzen Häuſern er⸗ innerte der häßk inneindſbelhrhefe an die ab⸗ ſchreckendſten Bil n Callot und Goya. Zerlumpte Kinder, Weiber mit Brandweingeſichtern, verdächtig und ab⸗ gelebt ausſehende Männer, dängten, ſtießen, ſchlugen und traten ſich einander, um heulend und pfeifend dem faſt leblo⸗ ſen Opfer eines abſcheulichen Mißgriffs nachzulaufen. Man zittert bei dem Gedanken, daß ſolche Verhaftungen als Folge beklagenswerthen Irrthums ſo oft vorkommen können, ohne andren Verdachtsgrund, als den Schein tiefer Armuth, ohne andern Anlaß, als eine unrichtige Angabe. Nie werden wir das Mädchen vergeſſen, welche ungerechter Weiſe als eines
ſchimpflichen Gewerbes ſchuldig verhaftet, ihren Führern ent⸗ ſprang, in ein Haus lief und ſich aus einem Fenſter heraus auf das Pflaſter herabſtürzte.
Nachdem Frau Grivvis ihre ſchändliche Verleumdung gegen die Mayeur angebracht hatte, eilte ſie zurück in' die Briſe⸗ Miche⸗Gaſſe. Haſtig ſtieg ſie wieder die vier Treppen hin⸗ auf und öffnete die Thür des Zimmers der Frau Bandvin. Was erblickte ſie? Dagobert neben ſeiner Frau und den bei⸗ den Waiſen.


