Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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Gehorſamer Diener. Der Fang war nicht übel. — Du biſt gekleidet, wie eine Lumpenſammlerin und haſt Silberzeug? Entſchuldigen Sie, daß es ſo wenig iſt.“

„Dieſe Sachen gehören nicht Euch!“ ſagte der Stadtſergent.

„Nein, lieber Herr,“ antwortete die Mayeux halb ohnmäch⸗ tig, — — „aber ich — —“

„Aber Du ſtiehlſt ſchwerer als Du wiegſt, buckeliges Thier!“

„Ich ſtehlen?“ rief die Mayeur, entſetzt die Hände ringend. „Ich ſtehlen?“

„Die Wacht! die Wacht kommt!“ riefen Mehre aus dem Haufen.

„He, die Pflaſterſtößer!“

„Die Landkrebſe!“

„Die Beduinenfreſſer!“ 6

„Platz fürs dreiundvierzigſte Kameelregiment!“

„Wo man ſich Mordbuckel ſtößt.“

Unter dieſem Geſchrei und dieſen Witzen drängte ſich ein Korporal mit zwei Mann mit Mühe durch den dichten Haufen, in welchem vorerſt nichts von ihnen zu ſehen war, als ihre blinkenden Gewehre. Ein Freund der Ruhe und Ordnung hatte den Befehlshaber der nahen Wache benachrichtigt, daß ein Auflauf die Straße ſperre. 5

„Da iſt die Wacht!“ rief der Polizeidiener, die Verdäch⸗ tige am Arm faſſend. „Marſch auf die Wacht!“

Das arme Mädchen fiel auf die Knie, faltete die Hände und ſagte ſchluchzend: „Lieber Herr! — — Gnade! — Laſ⸗ ſen Sie mich — Ihnen erklären — —“

„Gib Deine Erklärung auf der Wacht! — Marſch!“

„Ach, lieber Herr! ich habe ja nicht geſtohlen,“ jammerte die Unglückliche. „Haben Sie Erbarmen! Mich vor dieſen Leuten, wie eine Diebin fortzuführen! — O Gnade Gnade!“

„Ich ſage Dir, Du kannſt Dich auf der Wacht erklären. Die Straße iſt hier verſperrt. — Willſt Du gehen oder nicht?“ Und er faßte die Knieende bei den Händen und zog ſie in die Höhe, daß ſie wieder ſtand. Mittlerweile hatten ſich die Soldaten durch den Haufen gedrängt. „Corporal,“ ſagte der Polizeidiener, „führen Sie dies Mädchen auf die Wacht.“

„O, meine Herren, Gnade!“ flehte die Mayeur weinend und die Hände ringend. „Führen Sie mich nicht fort, ehe