Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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Geld fallen läßt, ohne ſich umzuwenden, um es aufzuheben. Das iſt nicht richtig.“

„Sergent!“ ließ ſich die heiſere Stimme des Zündholz⸗ buben vernehmen, „trauen Sie ihr nicht. Befühlen Sie ihren Buckel; der iſt ihr Magazin. Sie hat beſtimmt noch Stiefel, Mäntel, einen Regenſchirm und Stutzuhren darin verſteckt. Eben habe ich die Glocke in ihrem Buckel ſchlagen hören. Bim, Bim!“

Neues Gelächter, neues Halloh; denn dieſer Pöbel, (unter welchem man ſelten Handwerksleute ſieht, weil dieſe in ihren Werkſtätten ſind) beweiſt faſt immer eine unbarmherzige Roh⸗ heit gegen Alles, was leidet und bittet. Der Haufe wuchs immer mehr an und mißtönendes Geſchrei, gellendes Pfeifen und Gaſſenwitze ließen ſich vernehmen. „Laß ſehen!“ rief Ei⸗ ner, es koſtet nichts.“ — „Stoß doch nicht!“ ſagte ein Ande⸗ „Ich kehe nn Platz bezahlt.“ 5 „Stellt, doch das Weibsbild auf Etwas, daß man ſie ſieht!“ — „Es iſt auch wahr. Die Füße werden einem abgetreten * gutes Geld.“ — „Laßt ſie ſehen, oder gebt den Lenten ihr, Geld wieder!“ — „Ich bin begierig auf ſie.“ — „Gebt uns den Auflauf zum Beſten!“ — Das Publikum will ſich ſatt daran ſehen)“

Man denke ſich das unglückliche, zartfühlende, ängſtliche Geſchöpf, genöthigt dieſe Rohheiten und dies Geheul anzu⸗ hören, ohne Beiſtand in dem engen Raum mit den Häſchern ſtehend. Sie hatte bis jetzt noch nicht begriffen, welche ſchänd⸗ liche Anſchuldigung auf ſie gebracht war. ZJetzt faßte der Po⸗ lizeidiener den Pack, welchen er aufgehoben hatte und zitternd in den Händen hielt, und Fagte barſch: „Was haſt Du da drinnen?“

„Lieber Herr — — es iſt — — ich will — — ich — — ſtammelte das entſetzte Mädchen.

„Iſt das Alles, was Du zu ſagen haſt? Das iſt wenig.

Geſchwind! laß einmal das Einkeweide Deines Packs ſehen!“ Mit dieſen Worten riß er ihr den Pack aus der Hand, ließ ihn von dem Stadtſergenten halten, lüftete das äußere Tuch ein wenig und muſterte den Inhalt. „Teufel!“ ſagte er da⸗ bei, „Leintücher — — ein ſilbernes Eßzeug — — ein ſilber⸗ ner Becher — — ein Shawl — — eine wollene Decke. — —

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