ausgeſtiegen war, ihren Liebling ans Herz drückend und den Färber mit einem zornigen Blicke meſſend. Und ohne ſich weiter aufzuhalten, ging ſie nach der finſteren Treppe zu.
„Madame, ich habe Ihnen geſagt, Frau Baudvin iſt nicht zu Hauſe,“ bemerkte Loriot.
„Es iſt gut,“ verſetzte die Kammerfrau. „Ich warte. In welchem Stockwerk wohnt ſie?“
„Im vierten,“ rief der Färber kurz, indem er in ſeine Werkſtätte zurückkehrte. — „Hoffentlich,“ murmelte er, „wird der große Hund des alten Dagobert bei übler Laune ſeyn und dieſem lanſigen Mops ein wenig das Fell am Halſe lüften.“
Frau Grivvis ſtieg mühſam die ſteile Treppe hinauf. Bei
jedem Schritt blieb ſie ſtehen, um Athem zu ſchöpfen, und
ſah ſich voll Ekel um. Endlich erreichte ſie das vierte Stock⸗ werk und machte vor der Thür des Zimmers Halt.
In dieſem Zimmer war die Mayeur beſchäftigt, die Sachen zuſammenzupacken, welche ſie ins Pfandhaus tragen ſollte. Sie war bis jetzt aufgehalten worden durch ein Geſpräch mit Roſa
und Blanca, deſſen Ergebniß für die Waiſen ſehr beruhigend
war, da ſie erfuhren, daß ſie mit angeſtrengter Näharbeit zu⸗ ſammen acht Franken wöchentlich verdienen könnten. Dies war freilich wenig, aber doch eine Hülfsquelle für die Familie.
Das Erſcheinen der Fxau Grivois in dieſem Hauſe hatte ſeinen Grund darin, daß der Abbé von Aigrigny und die Fürſtin von St. Dizier nach nochmaliger Ueberlegung es ge⸗ rathen gefunden hatten, die Töchter Simon's durch die Kam⸗ merfrau abholen zu laſſen, auf welche ſie ſich vollkommen verlaſſen konnten. Demgemäß erhielt in dieſem Augenblick Franeisca Baudoin von ihrem Beichtvater die Weiſung, daß ſie nicht ſeiner Haushälterin, ſondern einer Dame, die mit ein Paar Worten von ihm kommen würde, die Mädchen über⸗ geben ſollte.
Frau Grivvis klopfte an, trat ein und fragte nach Frau
Baudvin. „Sie iſt nicht zu Hauſe,“ antwortete ſchüchtern die
Mayeux, erſtaunt über dieſen Beſuch und die Augen vor dem
Blick dieſes Weibes niederſchlagend. Die beiden Waiſen ſchlugen ebenfalls die Augen nieder, als die fremde Dame ſie
„Meinen Hund gelb färben?“ wief Frau Grivois, welche
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