Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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und die Seide der Chormäntel und der Stolen ſchimmerten, und ihre Silberſtickereien funkelten beim Schein von tauſend Kerzen. Der Schweizer machte ſich breit in ſeiner prächtigen Livree mit Epauletten. Ihm gegenüber ſtand mit einer Amts⸗ miene der Kirchendiener, den Fiſchbeinſtab in der Hand. Mäch⸗ tig erklang die Stimme der Sänger in friſchen weißen Chor⸗ hemden, und das Schnarren der Serpente erſchütterte die Fenſter. Auf den Geſichtern Aller, die an der Beute von dieſer reichen Leiche, von dieſer vortrefflichen Leiche, von die⸗ ſer Leiche erſter Klaſſe Theil zu nehmen berufen waren, las man eine ſtille Zufriedenheit, übereinſtimmend mit der Haltung und Miene der zwei rothwangigen kräftigen Erben, die ohne Verletzung der Geſetze jener Beſcheidenheit, welche die Schamhaftigkeit des Wohlſtandes iſt, ſich in ihren ſymbo⸗ liſchen Trauermänteln recht wohl zu gefallen ſchienen. Unge⸗ achtet ihrer Argloſigkeit und ihres kindlichen Glaubens fühlte ſich doch die Frau Dagobert's ſchmerzlich betroffen von der empörenden Verſchiedenheit, welche ſich hier offenbarte zwi⸗ ſchen dem Empfang des Sarges des Reichen und dem Em⸗ pfang des Sarges des Armen an der Thür des Gotteshanſes. Denn wenn irgend die Gleichheit eine Wahrheit iſt, ſo iſt ſie es vor dem Tod und vor der Ewigkeit. DDie beiden verletzenden Auftritte, welche die alte Frau auf ihrem Gang in die Kirche und aus der Kirche geſehen hatte, vermehrten noch ihre trübe Stimmung. Nachdem es ihr end⸗ lich gelungen war, aus dem überfüllten Gotteshaus heraus⸗ zukommen, eilte ſie zurück in die Briſe⸗Miche⸗Gaſſe, um die Töchter des Marſchalls Simon abzuholen und zu der Haus⸗

hälterin ihres Gewiſſensrathes zu führen. Das Kloſter, in 3

welches dieſe Perſon die beiden Mädchen bringen ſollte, war das Marienſtift, dicht neben dem Krankenhaus des Doctor

ingeſperrt war.

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Baleinier, wo Adriana von Cardoville ſeit vem vorigen Abend