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„Erſtlich müſſen Sie die Mädchen vor Ablauf einer Stunde zu meiner Haushälterin führen, und dieſe wird ſie in das Kloſter bringen.“
„Ach, ehrwürdiger Vater, das iſt unmöglich!“
„Warum?“
„In der Abweſenheit meines Mannes?“
„Nun?“
„Ich wage es nicht, einen ſolchen Entſchluß zu faſſen, ohne ihn zu fragen.“
„Nicht allein dürfen Sie ihn nicht fragen, ſondern es muß auch in ſeiner Abweſenheit geſchehen.“
„Wie, ehrwürdiger Vater? Ich könnte ſeine Rückkehr nicht abwarten?“
„Aus zwei Gründen dürfen Sie es nicht,“ erwiederte der Prieſter in ſtrengem Ton. „Erſtlich weil er in ſeiner verhär⸗ teten Gottloſigkeit ſich ganz gewiß Ihrem verſtändigen, from⸗ men Entſchluß widerſetzen würde, und zweitens, weil die Mädchen außer allem Verkehr mit ihm gebracht werden müſ⸗ ſen. Darum darf er auch nicht wiſſen, wo ſie ſind.“
Die alte Frau gerieth in eine entſetzliche Verlegenheit. „Aber, ehrwürdiger Vater,“ ſagte ſie, „dieſe Kinder ſind mei⸗ nem Mann anvertraut, und ohne ſeine Genehmigung über dieſelben verfügen — das iſt — —“
„Können Sie dieſe Kinder bei ſich zu Hauſe unterrichten?
Ja oder nein?“
„Nein, ehrwürdiger Vater, ich kann es nicht.“
„Sind ſie in Gefahr, bei Ihnen in Unbußfertigkeit zu ſterben? Ja oder nein?“
„Ja, ehrwürdiger Vater, ſie ſind dem ausgeſetzt.“
„Sind Sie verantwortlich für die Todſünden, welche die Kinder begehen können, da Sie Elternſtelle bei Ihnen ver⸗ treten? Ja oder nein?“
„Ja, ehrwürdiger Vater, ich bin dafür vor Gott verant⸗ wortlich.“
„Geſchieht es um ihres Seelenheiles willen, daß ich Ihnen befehle, ſie noch heute ins Kloſter zu bringen? Ja oder nein?“
„Es geſchieht um ihres Seelenheils willen, ehrwürdiger
„Nun wählen Sie,“


