Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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WMann ihm antworten?“ S

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„Ich bitte Sie flehentlich, ehrwürdiger Vater, ſagen Sie mir, ob ich das Recht habe, ohne Genehmigung meines Man⸗ nes über ſie zu verfügen.“

„Das Recht! Es iſt nicht bloß die Rede von Recht; es handelt ſich um eine heilige Pflicht. Wäre es nicht Ihre Pflicht, dieſe Unglücklichen aus einem Feuer zu retten, trotz dem Verbot Ihres Mannes oder in ſeiner Abweſenheit? Und jetzt haben Sie die Kinder nicht etwa aus einem Feuer zu retten, welches ihre Leiber verzehrte, ſondern aus einem Feuer, in welchem ihre Seelen in alle Ewigkeit brennen würden.“

„Ich bitte Sie, entſchuldigen Sie mich, wenn ich noch weiter frage, ehrwürdiger Vater. Löſen Sie meinen Zweifel. Kann ich ſo handeln, nachdem ich meinem Mann Gehorſam geſchworen?“

„Gehorſam in dem, was gut iſt, aber nie im Böſen. Sie geſtehen ſelber, daß durch ihn das Seelenheil dieſer Kinder gefährdet, vielleicht unmöglich wäre.“

„Aber,“ bemerkte die alte Frau zitternd, „wenn mein Mann zurückkommt, wird er fragen, wo dieſe Kinder ſind. Müßte ich ihn alſo belügen?“

„Schweigen iſt nicht lügen. Sie ſagen ihm, Sie könnten ſeine Frage nicht beantworten.“

„Mein Mann iſt der beſte Menſch von der Welt. Aber eine ſolche Antwort wird ihn außer ſich bringen. Er iſt Sol⸗ dat geweſen — — und ſein Zorn — wird furchtbar ſeyn“

„Und wenn ſein Zorn noch hundertmal furchtbarer wäre, ſo müſſen Sie demſelben trotzen und Ehre vor Gott darin ſuchen, ihn für eine ſo heilige Sache zu ertragen. Meinen Sie, man könne ſo leicht auf Erden die Seligkeit verdienen? Darf der Sünder, welcher aufrichtig dem Herrn dienen will,

der Steine und Dornen achten, an denen er ſich ſtoßen und

reißen kann?“ „Verzeihen Sie, ehrwürdiger Vater,“ bat die alte Frau demüthig. „Erlauben Sie mir noch eine einzige Frage. — Ach! wenn Sie mich nicht leiten, wer ſoll mich da leiten!“ „Sprechen Sie.“ 8 „Wenn der Herr Marſchall Simon zurückkommt, wird er ſeine Kinder meinem Manne abfordern. Was ſoll dann mein