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dann: „Dieſe beiden jungen Seelen dürfen nicht einem ent⸗ ſetzlichen Verderben preisgegeben werden. Es giebt nicht zwei Wege zu ihrer Rettung, es giebt nur einen einzigen: ſie in ein Kloſter zu bringen, wo ſie nur fromme und heilige Beiſpiele um ſich haben“
„Ach, ehrwürdiger Vater! wenn wir nur nicht ſo arm wären, oder wenn ich wenigſtens noch arbeiten könnte, ſo würde ich ſuchen das Geld für ihre Penſion zu verdienen, wie ich es für Gabriel gethan habe. Leider aber ſind meine Au⸗ gen hin! — doch es fällt mir ein, ehrwürdiger Vater, Sie kennen barmherzige Seelen. Dieſe könnten Sie für die ar⸗ men Waiſen in Anſpruch nehmen.“
„Aber wo iſt ihr Vater?“ fragte der Prieſter.
„Er war in Indien. Mein Mann hat mir geſagt, daß er bald nach Frankreich zurückkommen müßte. Aber das Alles iſt ungewiß Und dann noch Etwas Das Herz würde mir blu⸗ ten dieſe armen Kinder unſer Elend theilen zu ſehen, wel⸗ ches ſehr groß werden muß, da wir nur von der Arbeit mei⸗ nes Sohnes leben.“
„Dieſe Mädchen haben alſo keinen Verwandten hier?“ „Ich glaube nicht.“
„Und die Mutter derſelben hot ſie Ihrem Mann anver⸗ traut, um ſie nach Frankreich zu bringen?“
„Ja, ehrwürdieer Vater. Und geſtern hat er wieder ab⸗ reiſen müſſen nach Chartres, wegen einer ſehr dringenden An⸗ gelegenheit, wie er mir ſagte.“
Worin dieſe Angelegenheit beſtand, hätte die alte Frau nicht angeben können, denn Dagobert hatte ihr nichts von den Hoffnungen geſagt, welche die Woiſen auf die Medaille zu gründen hatten, und vbendrein hatte er den Mädchen an⸗ empfohlen, Niemanden, auch ſeiner Frau nicht, etwas davon zu ſagen. Indeß der Beichtvater fragte ſie nicht darnach, ſondern ſagte nach einigen Augenblicken des Schweigens:
„Alſo Ihr Mann iſt nicht in Paris?“
„Nein, ehrwürdiger Vater,“ antwortete die Alte. „Er wird aber dieſen Abend oder morgen früh zurückkommen.“
Der Prieſter beſann ſich abermals und fuhr dann fort: „Hören Sie mich an. Jede Minute, die für das Seelenheil
dieſer beiden Mädchen verloren geht, iſt ein neuer Schritt,


