Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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zu führen, wenn ſie es wünſcht. Ich weiß nicht, um was ſie 5

anhalten will; aber ich halte ſie für unfähig, das Vertrauen

zu mißbrauchen, welches ich in ſie ſetze, und mir die Unter⸗

ſtützung einer unverdienten Empfehlung zuzumuthen.“

3 Adriana reichte dem Arzt gerührt die Hand und ſagte mit

bewegter Stimme: „Seyn Sie ruhig, würdiger Freund. Sie

4 werden mir Dank wiſſen für den Schritt, welchen ich Sie

5 thun laſſe; denn ich laſſe Sie damit Antheil an einer edlen

3 Handlung nehmen.“

Tripeaud, der nicht im Geheimniß der neuen Anſchläge des Doctors und des Abbé war, flüſterte dieſem mit der Miene des Erſtaunens zu: „Wie? Man läßt ſie fortgehen?“

„Ja,“ erwiederte Herr von Aigrigny kurz, und gab ihm ei⸗ nen Wink, daß er auf das hören ſollte, was die Frau Fürſtin ſagen würde.

Frau von St. Dizier trat zu ihrer Nichte und ſagte lang⸗ ſam, abgemeſſen und jedes ihrer Worte betonend: „Noch ein Wort, Fräulein — ein letztes Wort vor dieſen Herren. Ant⸗ worten Sie. Ungeachtet der entſetzlichen Dinge, welche Ih⸗

nen zur Laſt fallen, beſtehen Sie darauf, meinen beſtimmt ausgeſprochenen Willen zu mißachten?“

„Ja, Fran Fürſtin.“

der ſandalöſen Entdeckung wollen Sie ſich noch immer meiner Autorität entziehen?“

Frau Fürſtin.“ .

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„Alſo Sie weigern ſich entſchieden, ſich der anſtändigen, ſrenget Lebensweiſe zu unterwerfen, die ich Ihnen auflegen will?“

„Ich habe Ihnen vorhin geſagt, daß ich dies Haus ver⸗ laſſen würde, um allein nach meinem Sinn zu leben.“

„Iſt, das Ihr letztes Wort?“

„Ja.“

„Ueberlegen Sie wohl. Die Sache iſt ernſt. Nehmen Sie ſich in Acht.“

„Ich habe Ihnen mein letztes Wort geſagt, und ich ſage es nicht zweimal.“

„Meine Herren,“ ſprach die Fürſtin, „Sie haben es ge ört. Ich habe alles Mügliche gethan, um eine Ausſöhnung

zuführen, ind Erfolg. Das Fräulein hat alſo