Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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„Sie irren ſich, Herr Baron,“ entgegnete die Fürſtin. „Das Fräulein erhebt ſeine Augen nicht ſo hoch. Meine Nichte liefert den Beweis, daß ein Fehltritt nicht nur ver⸗ brecheriſch, ſondern auch gemein ſeyn kann. Jetzt wundere ich mich nicht mehr über die Sympathien, welche die Tochter des Herzogs von Cardoville vorhin für das gemeine Volk kund gegeben hat. Sie ſind um ſo rührender, da der von dem Fräulein bei ſich verſteckte Mann einen Kittel anhatte.“

„Einen Kittel!“ rief der Baron voll Abſcheu. Es war alſo ein gemeiner Menſch? Es iſt haaremporſträubend!“

„Dieſer Menſch iſt ein Schmiedgeſell,“ fuhr die Fürſtin von St. Dizier fort. „Er hat es geſtanden. Indeß der Wahr⸗ heit die Ehre, — es iſt ein ziemlich hübſcher Junge, und bei der eigenthümlichen Religiovn des Schönen, zu der ſich das Fräulein bekennt — —.“

„Genug jetzt!“ unterbrach Adriana, welche bisher mit ſtei⸗ endem Unwillen zugehört hatte. „Faſt hätte ich die Schwach⸗ gehabt, mich gegen eine Ihrer gehäſſigen Inſinuativnen

ufertigen. Es ſoll nicht geſchehen. Nur ein Wort! Iſt rliche Handwerksmann verhaftet?“ verſteht ſich,“ antwortete die Fürſtin „und unter gu⸗ eckung ins Gefängniß gebracht. Nicht wahr Fräulein,

t Ihnen das Herz? Ihr zärtliches Mitleid mit die⸗ reſſanten Schmiedgeſellen muß ſehr groß ſeyn, denn rlieren plötzlich Ihre ſpöttiſche Zuverſicht.“

5, Frau Fürſtin,“ ſagte Adriana mit feuchten Augen, hem ſie an die Angſt der Familie Agrievla's dachte. „Ich habe etwas Beſſeres zu thun, als über das, was haſſenswerth und lächerlich iſt, zu ſpotten.“ Sie wandte ſich um, ſetzte ihren Hut auf und ſagte, indem fie die Bänder befeſtigte:

„Herr Doctor, ich habe Sie vorhin um Ihre Fürſprache beim Miniſter erſucht.“

„Ja, Fräulein,“ erwiederte Baleinier. „Ich werde mir ein Vergnügen daraus machen, Ihr Vermittler bei ihm zu ſeyn.“

3ſ Ihr Wagen unten?“ fragte Adriana.

„Ja,“ antwortete der Doctor betroffen. F

„Sie werden die Güte haben, augenblicklich mit mir zum

Miniſter zu fahren. Wenn Sie mich ihm vorſtellen, wird er —

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