Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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den man n ſuchte, durch das Gartenthürchen hereingekommen ſey, welches das Fräulein beim Nachhauſekommen aus Ver⸗ ſehen offen gelaſſen habe.“

„Frau Fürſtin,“ nahm Tripeaud das Wort „es wäre gut geweſen, auch den Umſtand ins Protokoll aufnehmen zu laſ⸗ ſen, das das Fräulein um acht Uhr Morgens nach Haus ge⸗ kommen ſey.“

„Ich ſehe nicht ein, wozu das nöthig wäre,“ ſagte, ſeiner Rolle getreu, der Arzt. „Dies hätte gar keinen Zuſammen⸗ hang mit der Hausſuchung.“

„Aber, Doctor — —“ ſagte Tripeaud.

„Aber, Herr Baron,“ unterbrach Baleinier in entſchiedenem Ton, „das iſt meine Anſicht.“

„Und die meinige iſt es nicht, Dvetor,“ verſetzte die Für⸗ ſtin. „Wie Herr Tripeaud, habe ich geglaubt, es wäre wich⸗ tig, die Sache zu Protokoll nehmen zu laſſen, und an der Miene des Beamten habe ich geſehen, wie ſchmerzlich es ihm war, die ſcandalöſe Aufführung einer ſo hochgeſtellten jungen Perſon aufzeichnen zu müſſen.“

Adriana verlor die Geduld. „Ohne Zweifel,“ ſprach ſie, „kommt Ihr Schamgefühl dem dieſes unſchuldigen Polizei⸗ commiſſärs gleich. Allein ich glaube, Ihre gewöhnliche Un⸗ ſchuld gerieth etwas zu voreilig in Unruhe. Sie und er hätten bedenken können, daß gar nichts Außerordentliches da⸗ bei war, wenn ich etwa um ſechs Uhr Morgens ausgegangen und um acht Uhr zurückgekommen war.“

„Die Entſchuldigung kommt freilich etwas ſpät; aber ſie iſt wenigſtens nicht ungeſchickt,“ bemerkte die Fürſtin voll Verdruß.

„Ich entſchuldige mich nicht,“ verſetzte ſtolz das Fräulein. „Nur weil Herr Baleinier aus Freundſchaft für mich ein Wort zu meinen Gunſten geſprochen hat, gebe ich die mög⸗ Erklärung einer Sache, die ich Ihnen nicht auszulegen 6 L. 7

„Und die Thatſache bleibt actenmäßig, bis das Fräulein die Auslegung gegeben hat,“ bemerkte Tripeaud.

Der Abbé von Aigrigny blieb dieſem Geſpräche fremd. Den Kopf auf die Hand geſtützt, dachte er mit Schrecken über die Folgen nach, welche die Zuſammenkunft Adriana's mit d Töchtern des Marſchalls Simon haben würde. Denn es w