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ihrer Stimme: „Lieber Herr Doctor, ich wünſchte Ihnen ein paar Worte zu ſagen.“ Und ſie winkte ihm mit den Augen nach einer Fenſtervertiefung.
„Zu Befehl, Fräulein,“ antwortete der Arzt, ſtand auf und folgte Adrianen nach dem Fenſter. Herr Tripeaud, der, ſeit⸗ dem er ſich nicht mehr durch die Anweſenheit des Abbé ge⸗ ſtärkt fühlte, das Mädchen wie das Feuer ſcheute, war ſehr erfreut, ſie anderweitig beſchäftigt zu ſehen. Um nicht die Rolle eines Klotzes zu ſpielen, ſtellte er ſich wieder vor das heilige Gemälde und that, als könnte er nicht ſatt werden, es zu bewundern.
Als Adriana ſo weit von dem Baron weg war, daß ſie nicht von ihm gehört werden konnte, ſagte ſie zu dem Arzt, der, wie immer, wohlwollend lächelnd, ihrer Eröffnung ent⸗ gegen ſah: „Lieber Herr Doetor, Sie ſind mein Freund. Sie ſind der Freund meines Vaters geweſen. Trotz der Schwie⸗ rigkeit Ihrer Stellung haben Sie vorhin muthvoll allein für mich Partei genommen.“
„Ei keineswegs!“ erwiederte der Arzt im Ton ſcherzhaften Unwillens. „Sagen Sie mir ſolche Sachen nicht. Sie wür⸗ den mir ſchöne Geſchichten machen. Wollen Sie ſchweigen? Vade retro Satanas 1*) das iſt verdollmetſcht: laſſen Sie mich in Frieden, Sie lieblicher kleiner Dämon, der Sie ſind!“
„Beruhigen Sie ſich, Herr Doetor,“ ſagte Adriana lä⸗ chelnd. „Ich werde Sie nicht bloßſtellen. Nur erinnern Sie ſich, daß Sie mir oft Ihre Dienſte angeboten und mir vft von Ihrer Ergebenheit geſprochen haben.“
„Stellen Sie mich auf die Probe und ſehen Sie, ob ich mich auf Worte beſchränke.“
„So geben Sie mir auf der Stelle einen Beweis!“ ſagte Adriana lebhaft.
„Gut! Ich laſſe mich gern ſo beim Wort nehmen. Was ſoll ich für Sie thun?“
„Stehn Sie noch immer auf ſo gutem Fuß mit Ihrem
Freund, dem Miniſter 2.
„Gewiß. Eben habe ich ihn in der Behandlung wegen ei⸗
ner Heiſerkeit. Er wird von derſelben immer befallen, zwölf
²) Hebe dich weg, Satanas!


