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„Aber wie ſollen wir in dieſem Augenblick den Doctor be⸗ 63 nachrichtigen?“ fragte die Fürſtin.
Der Marquis beſann ſich. „Ihn rufen laſſen,“ ſagte er, würde den Argwohn Ihrer Nichte erwecken, und das muß 4 vor allen Dingen vermieden werden.“
„Gewiß!“ ſagte die Fürſtin. „Ihr Vertrauen auf ihn iſt eins unſerer größten Hülfsmittel.“
„Es fällt mir ein Mittel ein! — — Ich ſchreibe ſchnell einige Zeilen an Baleinier, und einer Ihrer Leute bringt ihm den Brief, als käme er von Außen — von einem Kranken — der dringend ſeiner bedarf.“
„Ein vortrefflicher Gedanke!“ rief die Fürſtin. „Sie ha⸗ ben Recht. Hier auf dem Tiſch iſt Schreibzeug. Geſchwind! geſchwind! Aber wird es dem Doctor gelingen?“
„Ich wage es kaum zu hoffen,“ antwortete der Marquis, mit verhaltenem Grimm ſich niederſetzend. „Fußend auf die⸗ ſes Verhör, welches alle unſere Erwartungen übertroffen hat, und welches unſer verſteckter Mann treulich ſtenographirt hat, und weiter fußend auf die heftigen Auftritte, die nothwendig morgen und ſpäter ſtattfinden müßten, hätte der Doetor unter Beobachtung der gehörigen Vorſicht, mit voller Zuverſicht han⸗ deln können. Aber ihm das heute — in dieſem Augenblick zumuthen, — nein, Herminie, es iſt Wahnſinn, daran zu den⸗ ken!“ Und der Marquis warf die Feder weg und ſagte dann im Ton tiefen, bitteren Schmerzes: „Im Augenblick des Ge⸗ lingens alle unſere Hoffnungen vernichtet zu ſehen! O, die Folgen hiervon — — werden unberechenbar ſeyn. — — Zhre Nichte bereitet uns viel Unheil — — viel Unheil!“ Die letzten Worte wurden von dem geiſtlichen Herrn in einem un⸗ beſchreiblichen Ton verhaltenen Zorns und unverſöhnlichen Haſſes geſprochen.
„Friedrich!“ rief die Fürſtin angſtvoll, indem ſie ihre Hand auf die des Marquis drückte, „ich beſchwöre Sie, geben Sie noch nicht alle Hoffnung auf. Der Doctor iſt reich an Aus⸗ kunftsmitteln und uns ganz ergeben. Verſuchen wir es im⸗ erhin⸗⸗
Der Abbé ergriff wieder die Feder und ſagte: „Es iſt ſtens eine Ausſicht.“ rein wir die Seh auf die Spitze,“ die eFiſün⸗


