Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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heit, ſich gegen eine ſo empörende Anklage zu rechtfertigen. Alſo kein Wort weiter hiervon! Ihre Fragen darüber würden vergebens ſeyn. Faſſen wir uns kurz. Sie wollen mir eine erniedrigende Vormundſchaft auflegen; und ich will aus dem Pavillon ausziehen und leben, wo es mir gefällt, und wie es mir gefällt. Wer nachgeben muß, ich oder Sie, das wollen wir ſehen. Jetzt zu etwas anderem. Dies Hötel gehört mir. Ich habe nichts dagegen, daß Sie darin wohnen. Aber das Erdgeſchoß ſteht unbenutzt und enthält, außer den Empfang⸗ ſälen, zwei vollſtändige Wohnungen. Ueber dieſe Wohnungen verfüge ich auf einige Zeit.“

Verwundert ſah die Fürſtin den Marquis von Aigrigny an. Dann wandte ſie ſich gegen Adriana und ſagte ſpöttiſch: „Wirklich, Fräulein? Ei, für wen denn, wenn man fragen darf?“

„Für drei Perſonen von meiner Familie.“

„Was bedeutet das?“ fragte die Fürſtin ſtaunend.

„Madame, das bedeutet, daß ich hier großartige Gaſtfreund⸗ ſchaft üben will gegen einen indiſchen Prinzen, der durch meine Mutter mit mir verwandt iſt. In zwei bis drei Ta⸗ gen wird er kommen, und ich will, daß er ſeine Gemächer zu ſeiner Aufnahme bereit finde.“

„Hören Sie es, meine Herren?“ ſagte der geiſtliche Herr zum Geldmann und zum Heilkünſtler, als ob Adriana etwas ganz Entſetzliches geſagt hätte.

„Das geht über alle Begriffe,“ ſagte der Baron.

„Ah!“ ſeufzte der Doctor, die Augen verdrehend; „der Ge⸗ danke iſt an ſich edel; aber immer das närriſche Köpfchen!“

„Ganz herrlich!“ ſagte die Fürſtin. „Ich kann das Fräu⸗ lein doch nicht hindern, die ausſchweifendſten Wünſche auszu⸗ ſprechen. Aber vermuthlich werden Sie nicht inne halten, da Sie ſo ſchön im Zug ſind. Iſt das Alles?“

Noch nicht, Frau Fürſtin. Dieſen Morgen habe ich er⸗

fahren, daß zwei arme verwaiſte Mädchen von fünfzehn Jah⸗ ren, die ebenfalls durch meine Mutter mit mir verwandt

ſind, daß die Töchter des Generals Simon geſtern nach einer

langen Reiſe hier angekommen ſind und ſich bei der Frau des wackeren Soldaten befinden, der ſie aus Sibirien nach Frank⸗

reich gebracht hat.“

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