Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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recht wohl, daß die Fürſtin ein großes Gewicht auf dieſe entſcheidende Unterredung legte; nur begriff ſie nicht, wie die⸗ ſelbe ihren Willen ihr zum Geſetz machen wollte. Die An⸗ drohung von Zwangsmitteln kam ihr mit Recht lächerlich vor. Sie kannte indeß die Rachſucht ihrer Tante und die finſtere Macht, mit welcher ſie dieſelbe zuweilen furchtbar befriedigt hatte. Zugleich erwog ſie, daß Leute, wie der Marquis und der Arzt, nicht ohne ernſte Beweggründe gekommen ſeyn könn⸗ ten, dieſer Unterredung beizuwohnen. Sie bedachte ſich alſo einen Augenblick, ehe ſie den Kampf begann. Aber eben, weil ſie ein dunkles Vorgefühl von Gefahr hatte, nahm ſie ſich

vor, derſelben zu trotzen, die Aeußerungen ihres nnabhängi⸗

gen Sinnes aufs Aeußerſte zu treiben und ſchlechterdings auf dem Entſchluß zu beharren, den ſie ihrerſeits der Fürſtin kund machen wollte.

Fünftes Kapitel. Die Auflehnung.

„Fräulein,“ ſagte die Fürſtin zu ihrer Nichte in kaltem, ſtrengem Ton, „ich bin es mir ſelber und dieſen Herren hier ſchuldig, in wenigen Worten die ſeit einiger Zeit vorgefalle⸗ nen Begebenheiten zu erzählen. Vor einem halben Jahr, als die Trauer um Ihren Vater vorüber war, begehrten Sie — damals achtzehn Jahr alt — für mündig erklärt zu werden

und in den Beſitz Ihres Vermögens zu kommen. Ich war leider ſo ſchwach, es zuzugeben. Es beliebte Ihnen, das

große Hötel zu verlaſſen und ſich in dem Gartenpavillon

einzurichten, fern von jeder Aufſicht. Und nun begann eine ₰ Reihe von Verſchwendungen, immer eine toller als die an⸗

dere. Statt ſich mit einer oder zwei Kammerjungfern aus der Klaſſe, aus welcher man ſie gewöhnlich nimmt, zu be⸗ gnügen, haben Sie ſich Geſellſchaftsdamen angenommen und

dieſe auf eine eben ſo abenteuerliche wie koſtſpielige Weiſe

plänkel ein ernſter Kampf folgen würde. Adriana bemerkte

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