Herr Tripeaud in dünkelhaftem
aufgeputzt. Sich ſelber haben Sie (freilich nur in der Ein⸗ ſamkeit Ihres Pavillons) in die Trachten vergangener Jahr⸗ hunderte vermummt. Ihre tollen Fantaſteen, Ihre unver⸗ ſtändigen Launen haben keine Gränzen gekannt. Nicht ge⸗ nug, daß Sie nie Ihre religiöſen Pflichten erfüllten, Sie ha⸗ ben auch die Verwegenheit gehabt, eins Ihrer großen Zim⸗ mer zu profaniren, indem Sie darin eine Art heidniſchen Altars errichtet haben, mit einer Marmorgruppe, die einen Jüngling und ein Mädchen vorſtellt. (Hier that die Fürſtin, als ob die letzten Worte ihr die Lippen verbrennten.) Dieſe Gruppe mag ein Kunſtgegenſtand ſeyn; aber ſie iſt ein Kunſt⸗ gegenſtand, welcher für eine Perſon von Ihrem Alter ſchlech⸗ terdings nicht paßt. Sie haben ganze Tage lang einge⸗ ſchloſſen zugebracht, vhne einen Menſchen zu ſich zu laſſen. Doctor Baleinier, der einzige unter meinen Freunden, dem Sie einiges Vertrauen bewahrt haben, hat ſich durch inſtän⸗ diges Bitten Zutritt bei Ihnen verſchafft und Sie mehrmals in einem ſolchen Zuſtand der Ueberſpannung gefunden, daß er ernſte Beſorgniſſe für Ihre Geſundheit geſchöpft hat. Sie ſind ſtets allein ausgegangen, ohne einem Menſchen Rechen⸗ ſchaft von Ihrem Thun zu geben. Kurz, es hat Ihnen ſtets
gefallen, Ihren Willen über den meinigen zu ſetzen. Iſt das
nicht alles wahr?“ „Dieſe Schilderung der Vergangenheit,“ erwiederte Adriana lächelnd, „iſt nicht gerade geſchmeichelt, aber ſie iſt auch nicht gerade vollkommen entſtellt.“ „Alſo,“ ſprach der Marquis, indem er ſeine Worte gleich⸗ ſam vorzählte und langſam betonte, „das Fräulein geſteht ausdrücklich zu, daß alle Punkte, welche ihre Tante angeführt hat, vollkommen wahr ſind?“ Aller Blicke hefteten ſich auf Adriana, als ob ihre Antwort von höchſter Wichtigkeit ſeyn müßte. „Ohne Zweifel, Perr Abbé,“ erwiederte ſie. „Mein Leben liegt ſo offen zu Tag, daß dieſe Frage überflüſſig iſt.“ dem Doctor und dem Baron gewandt. „Dieſe Punkte kann uns niemand
„Dieſe Punkte ſind alſo zugeſtanden,“ ſagte der Abbé, zu


