ich durch eine Laune des blinden Zufalls begünſtigt worden ſind, vder einen glücklichen Fiſchzug in dem ſchmutzigen Waſ⸗ ſer der Agivtage gethan haben.
„Und das iſt nicht Alles. Von ſeinem Geldkaſten herab und von ſeinem hohen Standpunkt als Wahlmann und Wähl⸗ barer, verhöhnt Herr Baron Tripeaud, gleich ſo vielen Ande⸗ ren, die Armuth und die politiſche Unfähigkeit des verdienten Offiziers, der, nach vierzig Kriegsjahren, von ſeinem ärmli⸗ chen Ruhegehalt kaum leben kann, — des bürgerlichen Be⸗ amten, der ſein Leben in Erfüllung trauriger, harter Pflich⸗ ten hingebracht hat, und am Ende ſeiner Laufbahn nicht beſ⸗ ſer belohnt wird, — des Gelehrten, der ſein Vaterland durch nützliche Arbeiten bereichert, — des Lehrers, der ganze Ge⸗ nerationen in alle menſchlichen Kenntniſſe eingeweiht hat, — des beſcheidenen, tugendhaften Landpfarrers, des reinſten Re⸗ präfentanten des Evangelium in ſeinem liebevollen, brüder⸗ lichen, demokratiſchen Geiſt u. ſ. w. u. ſ. w. Wie ſollte bei ſo bewandten Sachen der Herr Induſtriebaron nicht die frechſte Verachtung hegen gegen den einfältigen Haufen ehrlicher Leute, die, nachdem ſie ihrem Land ihre Jugend, ihre beſten Jahre, ihr Blut, ihren Verſtand, ihr Wiſſen geweiht haben, ſich die Rechte verweigert ſehen, deren er genießt, weil er bei einem geſetzlich verbotenen Spiel oder bei einer unehrlichen Induſtrie eine Million gewonnen hat! Freilich ſagen die Optimiſten dieſen Parias der Civiliſativn, deren würdige, ſtolze Armuth nicht genug geehrt werden kann:
Kauft Güter und ſeyd Wähler und gewählt!
„Nun die Lebensbeſchreibung des Herrn Baron. Andreas Sohn eines Stallknechts in einem Wirths⸗ haus — —“
In dieſem Augenblick gingen die zwei Flügel der Thür auf, und der Kammerdiener meldete: „Herr Baron Tripeaud!“
Der Doetor ſchob ſeine Flugſchrift in die Taſche, grüßte den Geldmann aufs herzlichſte und ſtand ſogar auf, um ihm die Hand zu drücken.
Der Herr Baron kam unter tiefen Bücklingen herein und ſprach endlich: „Ich habe die Ehre, auf Befehl der Frau Fürſtin zu erſcheinen. Höchſtvieſelbe weiß, daß ſie ſtets auf mich zählen kann.“


