Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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ner Büßerin das Leben auf dem Lande anzurathen, — denn er fürchtete in Paris Gelegenheit zu Rückfällen. Dieſer Rath, verbunden mit dem Wunſch dieſes Weibes, die Kirchenpatrv⸗ nin zu ſp'elen, hatte ſie zum Ankauf des Gutes Cardoville beſtimmt, wo ihr Kapital gut angelegt iſt. Aber ſiehe da! geſtern kam dieſer unglückliche Philippon und ſagte mir, Frau von Sainte Colombe ſtehe auf dem Punkt, einen entſetzlichen Rückfall zu thun, — wohlverſtanden einen moraliſchen, denn der phyſiſche Zuſtand iſt jetzt verzweifelt gut. Und dieſer Rückfall ſchiene verurſacht zu ſeyn durch eine Unterredung, welche ſie mit einem gewiſſen Jakob Dumoulin gehabt habe. Sie kennen dieſen Menſchen, lieber Abbé, wie man mir ge⸗ ſagt hat. Er hat ſich, man weiß nicht wie, Zugang bei ihr verſchafft.“

„Dieſer Jakob Dumvulin,“ ſagte der Marquis mit Ekel, „iſt einer der Menſchen, die man benutzt und verachtet. Er iſt ein Schriftſteller voll Gift und Galle, voll Haß und Neid und beſitzt eine gewiſſe plumpe, einſchneidende Beredſamkeit. Wir bezahlen ihn tüchtig dafür, daß er unſere Feinde angreift, obwohl es zuweilen ſchmerzlich iſt, die Grundſätze, welche wir achten, durch eine ſolche Feder vertheidigt zu ſehen. Denn dieſer Elende lebt wie ein Zigeuner. Er kommt nicht aus den Wirthshäuſern heraus und iſt faſt immer betrunken. Aber man muß geſtehen, ſein ſchmähender Humor iſt unerſchöpflich und er iſt in den ſchwierigſten Theilen der Theologie bewan⸗ dert, was ihn uns zuweilen ſehr nützlich macht.“

„Nun,“ fuhr der Arzt fort, „obwohl die Frau von Sainte Colombe ihre ſechzig Jahre hat, ſo ſcheint es doch, als hätte dieſer Dumoulin matrimoniale Abſichten auf das bedeutende Vermögen dieſer Frau. Ich glaube, Sie werden wohl thun, Rodin zu benachrichtigen, damit er vor dem heimlichen Ge⸗ treibe dieſes Burſchen auf ſeiner Hut iſt. — O, verzeihen Sie, daß ich Ihnen ſo lange von dieſen Lappalien geſprochen habe. — „Aber,“ fügte er zur Fürſtin gewandt hinzu, „vor⸗ hin habe ich des Marienkloſter erwähnt. Sind Sie lange nicht dort geweſen?“

Die Fürſtin wechſelte einen lebhaften Blick mit dem Mar⸗ quis von Aigrigny und antwortete: „Hm! — etwa vor acht

Tagen.“