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denen Hoſen beibehalten, vielleicht, weil er ein ſchönes Bein aufzuweiſen hatte. Goldene Schnallen befeſtigten ſeine Knie⸗ bänder und die Laſchen ſeiner glänzend ſchwarzen Saffian⸗ ſchuhe. Seine Weſte, ſein Rock und ſeine Halsbinde waren ſchwarz, was ihm ein etwas geiſtliches Anſehen gab. Seine weiße, fleiſchige Hand war halb bedeckt von einer feingefäl⸗ telten Batiſtmanſchette. Die Düſterheit ſeiner Tracht ſchloß eine gewiſſe Zierlichkeit nicht aus. Seine Miene war lächelnd und klug. Sein kleines, graues Auge verkündete einen ſelte⸗ nen Scharfblick. Lebemann, Leckermaul, geiſtreicher Schwätzer, zuvorkommend bis zur Kriecherei, geſchmeidig, gewandt, ein⸗ ſchmeichelnd, war Doctor Baleinier eine der älteſten Creatu⸗ ren der pfäffiſchen Clique der Fürſtin von St. Dizier.
Durch ihre geheime Unterſtützung hatte der Doctor, welcher trotz gründlichem Wiſſen und unbeſtreitbarer Geſchicklichkeit lange unbekannt geblieben war unter der Reſtaurativn zwei ſehr einträgliche medieiniſche Sineeuren erlangt und zugleich allmählig eine bedeutende Praxis. Seitdem er in der Gunſt der Fürſtin ſtand, beobachtete er (was früher nicht der Fall geweſen) pünktlich die religiöſen Pflichten und communicirte einmal jede Woche und ſo, daß es bemerkt werden mußte, beim Hochamt in der Kirche von St. Thomas von Aquino. Nach Ablauf eines Jahres wollte eine gewiſſe Klaſſe von Kranken, hingeriſſen von dem Beiſpiel und den entzückten Lobreden der Coterie der Fürſtin von keinem andern Arzt mehr etwas wiſſen, als vom Doctor Baleinier, und ſeine Praxis ward außerordentlich ſtark.
Man kann leicht denken, von welcher Wichtigkeit es für den Orden war, unter ſeinen Ehrenmitgliedern einen der be⸗ deutendſten, praktiſchen Aerzte der Hauptſtadt zu beſitzen. Ein Arzt hat auch eine Art FPrieſterthum. Er, dem zu jeder Stunde der Zutritt ins innerſte Heiligthum der Familie frei⸗ ſteht, weiß, erräth und vermag gar Vieles. Wie der Prie⸗ ſter, findet er offene Ohren bei Kranken und Sterbenden. Wenn nun der, welcher für das Heil des Körpers, und der, welcher für das Heil der Seele zu ſorgen hat, ſich mit ein⸗ ander verſtehen und, ſich wechſelſeitig helfend, auf ein gemein⸗ ſames Ziel hinarbeiten, dann vermögen ſie in gewiſſen Fällen der Schwäche oder dem Entſetzen eines in den letzten
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