ſeyn ihrer Verderbtheit hätten, ihren Lüſten einen neuen Reiz geben müßte.“
„Mag es ſeyn, wie es will, Friedrich,“ ſagte die Fürſtin; „wie Sie ſagen, ein großer Tag naht heran. Mit faſt vier⸗ zig Millionen, die der Orden durch den glücklichen Ausgang der Medaillenangelegenheit erhalten kann, iſt man gewiß im Stand, große Dinge zu verſuchen. Als ein Hebel in Ihren Händen würde dies Mittel unberechenbar weit reichen in die⸗ ſer Zeit, wo Alles verkauft und gekauft wird.“
„Und dann,“ fuhr der Marquis nachdenkend fort, „und dann muß man ſich nicht verhehlen: hier hat die Reaction ihren Fortgang. Das Beiſpiel Frankreich's iſt allwirkſam. In Oeſtreich und in Holland halten wir uns nur mit Mühe, und die Hülfsquellen des Ordens verſiegen von Tag zu Tag mehr. Es iſt dies ein kritiſcher Augenblick; aber er kann ſich verlängern. Dank dieſer unermeßlichen Hülfsquelle — der Medaillenangelegenheit — können wir nicht nur allen Zufäl⸗ ligkeiten trotzen, ſondern auch uns mit Macht feſtſetzen durch Annahme des Erbietens des Herzogs von Orbanv. Von die⸗
ſem uneinnehmbaren Mittelpunkt aus würde unſere Wirkſam⸗
keit ſich ſtrahlenförmig unberechenbar weit ausdehnen. — Ja! — Der dreizehnte Februar!“ fügte der Marquis kopf⸗ ſchüttelnd hinzu. „Der dreizehnte Februar kann für unſere acht eine eben ſo große Epoche werden, wie die des Con⸗ cilium, welches uns, ſo zu ſagen, ein neues Leben verlie⸗ hen hat.“ „Darum,“ fügte die Fürſtin hinzu, „darf auch nichts ge⸗
ſpart werden, damit wir um jeden Preis zum Ziel kommen.
Von ſechs Perſonen, die Sie zu fürchten haben, ſind fünf
außer Stand, Ihnen zu ſchaden, vder ſie werden es ſeyn. Es bleibt nur noch meine Nichte übrig, und Sie wiſſen, daß ich
nur Ihre Ankunft abgewartet habe, um einen letzten Entſchluß
zu faſſen. Alle meine Anordnungen ſind getroffen. Dieſen
Morgen beginnen wir zu handeln.“ E „Hat Ihr Verdacht ſeit Ihrem letzten Brief ſich beſtärkt?“
„Ja. Ich bin überzeugt, ſie weiß mehr, als ſie merken
1 laſſen will. Und in dieſem Fall hätten wir an ihr die ge⸗ fährlichſte Feindin.“ 3 13
„Das iſt ſtets auch meine Anſicht geweſen m.
ſagte der Mar⸗


