quis. „Darum habe ich Sie auch vor einem halben Jahre aufgefordert, jedenfalls die Maßregeln zu nehmen, die Sie jetzt ergriffen haben, und das Fräulein zum Begehren der Mündigerklärung zu bringen, deſſen Folgen heute leicht ma⸗ chen, was außerdem unmöglich geweſen wäre.“
„Endlich,“ ſagte die Fürſtin mit dem Ausdruck boshafter Schadenfreude, „endlich wird dieſer unbändige Sinn gebrochen werden. Endlich werde ich gerächt werden für ſo vie'e freche Spöttereien, die ich einſchlucken mußte, um nicht ihren Ver⸗ vacht zu erwecken. Ich — ſo viel bis jetzt ertragen zu ha⸗ ben! Dieſe unſinnige Adriana ſchien es ſich zur Aufgabe ge⸗ macht zu haben, mich gegen ſich aufzubringen.“
„Wer Sie beleidigt, der beleidigt mich,“ bemerkte der Marquis. „Sie wiſſen, mein Haß iſt der Ihrige.“
„Und Sie ſelber, wie vft ſind Sie die Zielſcheibe ihrer Stachelworte geweſen!“
„Mein Gefühl hat mich ſelten getänſcht,“ ſagte der Mar⸗ quis trocken. „Ich bin überzeugt, dies Mädchen kann für
uns ein gefährlicher Feind ſeyn — ein ſehr gefährlicher
Feind.“ „Drum darf ſie nicht ferner zu fürchten ſeyn,“ ergänzte die Fürſtin, den Marquis ſcharf anſehend.
„Haben Sie den Doktor Baleinier geſprochen und den Bei⸗ vormund Tripeaud?“
„Sie werden dieſen Morgen hieherkommen. Ich habe ſie von Allem benachrichtigt.“
„Haben Sie gefunden, daß ſie gehörig übel auf Adriana zu ſprechen ſind?“
„Gehörig. Das Schönſte iſt, daß Adriana nicht im Ge⸗ ringſten dem Doktor mißtraut, welcher ſtets ſich ihr Vertrauen zu erhalten gewußt hat. Uebrigens kommt uns noch ein Um⸗ ſtand zu Hülfe, der mir unbegreiflich ſcheint.“
„Was meinen Sie?“
„Dieſen Morgen iſt Frau Grivvis, meinem Befehl gemäß, nach dem Pon gegangen, um Adriana zu erinnern, daß ich ſie um Miktag wegen einer wichtigen Angelegenheit er⸗ wartete Als ſie in die Nähe des Pavillons kam, ſah ſie.
oder glaubte ſie zu ſehen, daß Adriana durch die kleine Th⸗
des Gartens hereinkam.“
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