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„Ich will ſie ſogleich durchſehen“, antwortete Frau von St. Dizier. „Aber zuvor noch ein Wort. Meine Nichte kommt hieher. Während der Beſprechung, welcher ſie beiwohnt, wird jemand kommen und in meinem Namen nach Ihnen fragen. Dieſe Perſon führen Sie in den Pavillön.“
„Ganz wohl, Madame.“
„Dieſer Mann wird ein genaues Verzeichniß aufnehmen von Allem, was ſich in Adriana's Pavillon vorfindet. Sie werden dgrauf achten, daß nichts überſehen wird. Das iſt von großkr Wichtigkeit.“
„Ja, Madame. Aber wenn Georgette und Hebe ſich wider⸗ ſetzen wollen?“
„Seyn Sie außer Sorgen. Der Mann, welcher die Auf⸗ nahme vornehmen ſoll, hat eine Eigenſchaft, bei deren Erken⸗ nung die Mädchen nicht wagen werden, ſich zu widerſetzen, weder der Aufnahme des Verzeichniſſes, noch den andern Maß⸗ regeln, die er ferner zu treffen hat. Indem Sie ihn beglei⸗ ten, dürfen Sie nicht verfehlen, gewiſſe Einzelheiten hervor⸗ zuheben, welche beſtimmt ſind, die Gerüchte zu beſtätigen, welche Sie ſeit einiger Zeit verbreitet haben.“
„Seyn Sie verſichert, Madame, dieſe Gerüchte haben jetzt den Beſtand einer Wahrheit.“
„Bald alſo wird dieſe kecke, ſtolze Adriana genöthigt ſeyn, um Gnade zu bitten und zwar mich.“
Ein alter Kammerdiener öffnete die zwei Flügelthüren des
Saals und meldete: „Der Herr Abbé von Aigrigny!“
„Wenn Fräulein von Cardoville kommt, ſo bitten Sie die⸗ ſelbe, einen Augenblick zu warten,“ ſagte die Fürſtin zu Frau Grivvis.
„Ja“, erwiederte die Kammerfrau und entfernte ſich. Frau von St. Dizier und Herr von Aigrigny blieben allein.


