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mit Entrüſtung zurück und verlor ſeine Stelle. Dieſe That⸗ ſache war keineswegs die einzige in ihrer Art.
Wehe Denen, deren Grundſätze oder deren Intereſſen mit jenen der Frau von St. Dizier und deren Freunden im Wi⸗ derſtreit waren. Früher oder ſpäter, direet oder indirect er⸗ litten ſie einen empfindlichen Schlag, der faſt nie wieder gut zu machen war. Einige wurden betroffen in ihren theuerſten Verbindungen, Andere in ihrem Ruf oder ihrem Credit, An⸗ dere endlich in ihrem Amt — und zwar ſtets durch die ſtille, ver⸗ borgene, anhaltende Wirkſamkeit einer furchtbaren, geheimniß⸗ vollen, zerſetzenden Kraft, welche unſichtbar Ruf, Vermögen und Stellungen, mochten ſie noch ſo feſt begründet ſeyn, un⸗ tergrub bis zum Augenblick, wo dieſelben zur Ueberraſchung und zum Entſetzen Aller verſanken. Hiernach wird man be⸗ greifen, daß die Fürſtin von St. Dizier unter der Reſtaura⸗ tion überaus einflußreich und furchtbar geworden war. Nach der Julirevolution hatte ſie ſich an die jüngere Linie ange⸗ ſchloſſen, und ſonderbar genug ſchrieb man ihr, ungeachtet ihrer fortdauernden Familien⸗ und Geſellſchaftsverbindungen mit einigen, der geſtürzten Königsfamilie offen ergebenen Perſonen noch viele Thätigkeit und Macht zu.
Vor mehren Jahren war der Fürſt von St. Dizier kinder⸗ los geſtorben, und das bedeutende, ihm perſönlich gehörende Vermögen war an ſeinen jüngern Bruder, den Vater Adria⸗ na's von Cardoville, gefallen. Auch dieſer war jetzt ſeit an⸗ derthalb Jahren todt, und ſeine Tochter war die letzte und einzige Repräſentantin dieſes Zweigs der Familie Rennepont.
Die Fürſtin von St. Dizier erwartete ihre Nichte in einem mit dunkelgrünem Damaſt ausgeſchlagenen Saal. Die mit
demſelben Stoff überzogenen Möbel waren von geſchnitztem
Ebenholz, desgleichen der mit frommen Werken gefüllte Bü⸗ cherſchrank. Einige heilige Gemälde, ein großer Chriſtus von Elfenbein auf einem Grund von ſchwarzem Sammt gaben vollends dieſem Saal das düſtere Ausſehen eines Trauerge⸗ machs. Die Dame ſaß an einem großen Schreibtiſch und verſiegelte mehre Briefe, denn ſie hatte eine ausgebreitete und mannigfaltige Correſpondenz. In einem Alter von fünfund⸗
vierzig Jahren ſtehend, war ſie noch immer ſchön. Die Jahre
hatten ihre einſt auffsllend zierliche Taille etwas dicker gemacht,


