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greifbaren Feind ſuchen oder faſſen ſollte, deſſen Schläge er fühlte. Es fiel ihm nicht ein, die Fürſtin zu beargwohnen, welche er, ſeit ſeinem Abenteuer mit ihr, nicht wieder geſe⸗ hen hatte. Er wollte ſchlechterdings die Urſache des Zurück⸗ tretens und der Verachtung von Seiten ſeiner Bekannten wiſſen, und wandte ſich an einen ſeiner alten Freunde. Die⸗ ſer antwortete geringſchätzig und ausweichend. Der Berüch⸗ tigte ward hitzig und verlangte Genugthuung. Der ehemalige Freund erwiederte: „Suchen Sie ſich zwei Zeugen von mei⸗ ner und von Ihrer Bekanntſchaft und ich ſchlage mich mit Ihnen.“ Der Unglückliche fand keinen einzigen. Von Allen verlaſſen, ohne die Urſache ergründen zu können, voll Schmerz und Verzweiflung über das Unglück der Frau, die mittels ſei⸗ nes Namens zu Grund gerichtet war, verfiel er in Raſerei und brachte ſich um's Leben.
Am Tage ſeines Todes ſagte Frau von St. Dizier: ein ſo ſchandbares Leben habe nothwendig ein ſolches Ende neh⸗ men müſſen. Ein Menſch, der ſo lange die göttlichen und menſchlichen Geſetze verhöhnt, habe ſein elendes Leben nicht anders beſchließen können, als mit einem letzten Verbrechen! Und die Freunde der Frau Fürſtin ſprachen dieſe Worte nach und trugen ſie mit zerknirſchter, gottſeliger, überzeugungs⸗ voller Miene von Haus zu Haus.
Das war nicht Alles. Neben der Strafe fand ſich die Be⸗ lohnung. Beobachter fanden, daß die Günſtlinge der religiö⸗ ſen Coterie der Fürſtin von St. Dizier mit außerordentlicher Schnelligkeit zu hohen Stellen gelangten. Die jungen, tu⸗ gendhaften Leute, die fleißig ven Predigten beiwohnten, wurden an reiche Waiſen vom Sacré Cveur, einer klöſter⸗ lichen Erziehungsanſtalt, verheirathet, welche man in Reſerve behielt. Die armen Mädchen! Sie erfuhren zu ſpät, was es heißt, einen Betbruder zum Manne zu haben, der ihnen durch Betſchweſtern ausgewählt und aufgenöthigt war. Sie büßten oft mit bitteren Thränen die trügeriſche Vergünſtigung, in dieſe heuchleriſche, falſche Welt aufgenommen zu ſeyn, wo ſie
ſich fremd und ohne Stütze fanden, und wo ſie niederge⸗ ſchmettert wurden, wenn ſie es wagten, ſich über die, ohne
ihren Willen eingegangene Verbindung zu beklagen.
Im Salon der Frau von St. Dizier wurden Präfeeten,


