Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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— — ſetzen zu laſſen, hoffte die Fürſtin, die Fronde wieder ins Leben zu rufen, und knüpfte einen lebhaften geheimen Brief⸗ wechſel an mit einigen einflußreichen Perſonen im Ausland, deren Haß gegen den Kaiſer und gegen Frankreich bekannt war. Daher ſchrieben ſich ihre erſten Verbindungen mit dem Marquis von Aigrigny, der damals Oberſt in ruſſiſchen Dien⸗ ſten und Adjutant des Generals Moreau war. Aber eines Tags ward das ganze ſchöne Getreibe entdeckt. Mehre Rit⸗ ter der Dame von St. Dizier wurden nach Vincennes ge⸗ ſchickt, und in Betreff der Fürſtin, gegen welche er furchtbare Strenge hätte walten laſſen können, begnügte ſich der Kaiſer, ſie auf eins ihrer Landgüter bei Dünkirchen zu verbannen.

Bei der Reſtauration wurden der Fürſtin die Verfolgun⸗ gen, welche ſie für die gute Sache erduldet hatte, in Rech⸗ nung gebracht, und ſie erlangte ſogar einen großen Einfluß trotz ihren leichten Sitten. Der Marquis von Aigrigny hatte in Frankreich Dienſte genommen und war entſchloſſen, dort zu bleiben. Er war einnehmend und ebenfalls in der feinen Welt gefeiert. Er hatte mit der Fürſtin correſpondirt und 4 conſpirirt, ohne ſie zu kennen; dies führte natürlich zu per⸗ ſönlicher, vertraulicher Bekanntſchaft. Schrankenloſe Selbſtſucht, Luſt an rauſchenden Vergnügungen, große Bedürfniſſe des Haſſes, des Hochmuths und der Herrſchſucht, eine Art bösar⸗ tiger Sympathie, deren Gewalt ſchlechte Naturen einander nähert, ohne ſie zu verſchmelzen, machten aus der Fürſtin und dem Marquis mehr zwei Mitſchuldige, als ein Liebespaar. Dieſe Verbindung, gegründet auf ſelbſtſüchtige, bittere Gefühle, auf die Unterſtützung, welche zwei Seelen von dieſem gefähr⸗ lichen Schlag ſich einander gewähren konnten wider eine Welt, in der ſie ſich durch Ränkeſucht, Buhlſchaften und An⸗ ſchwärzung viele Feinde gemacht hatten, — dieſe Verbindung dauerte bis zu dem Augenblick, wo der Marquis nach ſeinem Zweikampf mit dem General Simon ins Seminar trat, ohne daß man die Urſache dieſes plötzlichen Entſchluſſes erfuhr. Die Fürſtin fand noch nicht, daß die Stunde der Bekehrung

für ſie geſchlagen habe, und fuhr fort, ſich im Wirbel des Weltlebens herumzutreiben und zwar mit einer eiferſüchti menſchenhaſſenden Hitze; denn ſie ſah, daß ihre letzt Jahre zu Ende gingen.