Anmerkungen.
) Ueber die unglaubliche Gewandtheit dieſer Menſchen, lieſ't man
Folgendes in den Briefen des verſtorbenen Victor Jacquemont über
Indien: „Sie kriechen in den Gräben, in den Furchen hin. Sie
ahmen alle möglichen Stimmen nach, und verſtehen über ein Geräuſch
in Folge einer unvorſichtigen Bewegung dadurch zu täuſchen, daß ſie
den Schrei eines Schakals oder eines Vogels ausſtoßen, dann ſchwei⸗
gen und einen ähnlichen Schrei in einiger Entfernung durch einen
3 Kameraden ausſtoßen laſſen. Sie quälen einen im Schlaf durch Ge⸗
räuſch, durch Berührungen und machen, daß der Körper des Schla⸗
fenden und jedes Glied deſſelben diejenige Lage annimmt, welche ihrem Zweck entſpricht.“
Aehnlich ſagt Graf Eduard von Warren in ſeinem trefflichen
Werk über das engliſche Indien: „Sie ziehen Dir, ohne Dich zu
wecken, die Decke vom Leib, in welche Du eingewickelt biſt. Die Be⸗
wegungen des Bheel ſind die einer Schlange. Du ſchläfſt in Deinem
Zelt, und quer vor jeder Thür liegt ein Diener. Der Bheel kausrt
ſich außen im Dunkeln in einen Winkel, wo er das Athemholen
eines jeden hören kann. So wie er merkt, daß der Europäer ein⸗
nicht lange der Verſuchung zum Schlaf. Glaubt er, daß es Zeit
ſey, ſo macht er an der Stelle, wo er ſitzt, einen ſenkrechten Schnitt
in die Zeltleinwand und ſchlüpft hindurch, wie ein Geſpenſt. Kein Sandkorn knarrt unter ſeinen Füßen. Er iſt vollkommen nackt und eingeölt. An ſeinem Hals hängt ein Dolchmeſſer. Er kauert ſich neben Deinem Lager nieder und legt mit unglaublicher Ruhe und Srhenigkeit das Tuch neben dem Körper ſo zuſammen, daß es wie
ſchläft, iſt er ſeiner Sache ſicher. Die aſiatiſchen Diener widerſtehen


