anz vortrefflich. Aber Sie ſind
„Sie iſt ohne Zw ihr Lob zu ſingen. Was gibt's
nicht dazu hier, um weiter?“ „Der Arbeitsmann, welcher geſtern Lutine gefunden und wiedergebracht hat, iſt vorhin gekommen und hat verlangt, mit dem Fräulein zu ſprechen.“ „Iſt dieſer Menſch noch bei ihr?“ „Das weiß ich nicht. Er kam eben ins Haus, als ich mit dem Brief hieher ging.“ „Sie werden es ſo einrichten, daß Sie erfahren, was der Arbeitsmann bei dem Fräulein gemacht hat. Sie werden einen Vorwand finden, um im Lauf des Tages wieder hieher zu kommen und mir zu berichten.“ „Ja, Frau Grivois,“ ſagte Florine. „Haben Sie das Fräulein gedankenvoll, unruhig, beſorgt gefunden wegen der Unterredung, welche ſie heute mit der Fürſtin haben ſoll? Sie verhehlt ſo wenig ihre Gedanken und Empfindungen, daß Sie es wiſſen müſſen.“ „Das Fräulein iſt heiter geweſen wie gewöhnlich. Sie hat ſogar darüber geſcherzt.“ „So? — Sie ſcherzt?“ ſagte die Kammerfrau. Und zwi⸗ ſchen den Zähnen murmelte ſie, ohne daß Florine es hören konnte: „Wer zuletzt lacht, lacht am beſten. Trotz ihrer Ver⸗ wegenheit, trotz ihrem teufliſchen Character würde ſie zittern und auf den Knien um Gnade bitten, wenn ſie wüßte, was ſie heute erwartet.“ Dann wandte ſie ſich wieder zu dem Maädchen und ſagte: „Gehn Sie wieder hinüber in den Pa⸗ villon und erwehren Sie ſich ja dieſer ſchönen Bedenklichkei⸗ ten, die Ihnen einen ſchlimmen Streich ſpielen könnten. Ver⸗ geſſen Sie das nicht“
.
„Ich kann nicht vergeſſen, daß ich nicht mehr mein eigner Herr bin,“ erwiederte Florine.
„Gut. Auf baldiges Wiederſehen,“ ſagte Frau Grivvis.
Florine verließ das große Hötel und ging durch den Park zurück nach dem Pavillon. Frau Grivois aber verfügte ſich eilends zur Fürſtin von St. Dizier.


