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Kittel, welcher den kräftigen braunen Hals frei ließ und, die
Vaſe?“ Verlegen antwortete er: „Sehr ſchön, Fräulei
Neunzehntes Kapitel. Die Unterredung.
Als Adriana von Cardoville in den Saal trat, wo Agricola ſie erwartete, war ſie ſehr einfach, aber geſchmackvoll angezo⸗ gen. Ein Kleid von blauem Kaſimir nach der damaligen 5 Mode vorn mit ſchwarzer Seidenſtickerei in Form von Schlin⸗ gen, mit glattem Leib zeigte ihren vollen-Buſen⸗und ihre ſchlanke Hüfte. Ein kleiner, glatter, viereckiger Batiſtkragen fiel herab. auf ein breites, ſchottiſches Band mit einer Roſettenſchleife, welches die Stelle einer Halsbinde vertrat Ihr prächtiges Goldhaar umwallte in reichen Locken ihr weißes Geſicht und fiel faſt bis auf die Bruſt herab. Agricola hatte, um ſeinen Vater in dem Wahn zu beſtär⸗
ken, daß er wirklich in die Fabrik Hardy's ginge, ſeine Ar⸗ beitskleider anziehen müſſen. Er hatte jedoch einen neuen Kittel gewählt. Der weiße Kragen ſeines reinen, groben Hemdes fiel über ein nachläſſig um den Hals geknüpftes ſchwarzes Tuch herab. Unter ſeinen weiten grauen Hoſen ſa⸗ hen wohlgewichste Stiefel hervor und in ſeiner nervigen Hand hielt er eine hübſche, neue Tuchmütze. Der blaue, rothgeſtickte
Breite ſeiner Schultern hervorhebend, in ſchönen Falten her⸗ abfiel, ohne irgend die freie Bewegung zu hemmen, kleidete ihn viel beſſer als ein Keberrock vder gar ein Frack es gethan haben würde. . — Während der junge Schmied das Fräulein von Cardoville erwartete, betrachtete er zum Zeitvertreib eine prächtige, kunſt⸗ reich eiſelirte Vaſe von Silber, auf deren Sockel von antikem Mengſtein eine ſilberne Platte befeſtigt war mit der Inſchrift: Ciſelirt von Johann Maria, Ciſelirer. 1831. Adriana war ſo leicht über den Teppich ihres, bloß durch einen Vorhang vom Rebenzimmer getrennten, Saals hinweg⸗ gegangen, daß Agricola ihre Ankunft nicht merkte. Er f thr zuſammen und wandte ſich raſch um, als er eine Silberſtimme vernahm, welche ſagte: „Richt wahr, das iſt eine ſchöne


