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diſcher Prinz von etwa zwanzig Jahren, der eben ſo gut zu ſeyn ſcheint, wie er ſchön iſt, vbwohl er eine gelbe Hautfarbe hat, wie alle Leute bei ihm zu Land.“
„Ein indiſcher Prinz von zwanzig Jahren! — jung, ſchön und gut!“ rief Adriangs. „Das iſt ja herrlich und gewiß nichts alltägliches. Dieſer ſchiffbrüchige Prinz beſitzt ſchon . meine ganze Zuneigung. Aber was vermag ich für dieſen Adonis von den Ufern des Ganges, der auf die Küſte der Picardie geworfen iſt?“
Bei dieſen Ausrufungen Adriana's ſahen die drei Diene⸗ rinnen ſie an, ohne ſehr erſtaunt zu ſeyn, denn ſie waren an ihre Sonderbarkeiten gewöhnt. Georgette und Hebe lächelten ein wenig. Florine, die große blaſſe Braune, lächelte eben⸗ falls, aber etwas ſpäter und wie nach vorgängiger Ueberle⸗ gung, und als ob ſie vor allen Dingen bedacht wäre, jedes Wort ihrer Gebieterin zu hören und im Sinn zu behalten. Adriana, höchſt geſpannt auf Weiteres über den Adonis vom Ganges fuhr fort zu leſen:
„Ein Landsmann des indiſchen Prinzen, welcher bei ihm geblieben iſt, um ihn zu verpflegen, hat mir zu verſtehen gegeben, daß der Prinz beim Schiffbruch ſeine ganze Habe verloren hat und nicht weiß, wie er nach Paris kommen ſoll, wo ſeine Anweſenheit wegen einer wichtigen Sache nöthig iſt. Ich wiederhole: nicht von dem Prinzen weiß ich das (denn er ſcheint zu würdevoll und zu ſtolz, um zu klagen); ſondern ſein Landsmann, der mittheilender iſt, hat mir es geſagt und dabei be⸗ merkt, der junge Mann habe ſchon großes Unglück er⸗ lebt; ſein Vater, König eines Landes in Indien, ſey
kürzlich von den Engländern entthront und getödtet
worden.“
„Sonderbar!“ ſagte Adriana nachdenkend. „Dieſe Angaben erinnern mich, daß mein Vater mir oft von einer Verwandten geſprochen hat, welche einen König in Indien geheirathet und daß bei dieſem König der kürzlich zum Marſchall gemachte General Simön gedient habe. — Wie ſeltſam wäre das Nur mir, welche die Leute vriginell nennen, kann ſo etwa begegnen. Nicht ich, ſondern die Vorſehung zeigt ſich wei⸗


