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faſans und das Bouquet eines edlen Weines zu ſchätzen. Aber ſie genoß das Alles mit großer Mäßigkeit. Sie ſetzte ihre Religivn in die Pflege und Verfeinerung der gottgege⸗ benen Sinne. Sie würde es als ſchwarzen Undank gegen die Vorſehung betrachtet haben, dieſe Geſchenke derſelben durch Uebermaß abzuſtumpfen oder durch unpaſſende Wahl herab⸗ zuwürdigen. Vor letzterer blieb ſie durch ihren überaus fei⸗ nen Geſchmack bewahrt.
Das Schöne und das Häßliche vertraten bei ihr die Stelle des Guten und des Böſen. Ihre Vergötterung des Anmuthigen, Zierlichen, der phyſiſchen Schönheit hatte ſie zur Verehrung des ſittlich Schönen geführt. Denn, wenn der Ausdruck einer böſen Leidenſchaft die ſchönſten Geſichter entſtellt, ſo werden die häßlichſten durch den Ausdruck edler Gefühle verſchönert. Mit einem Wort: Adriana war die vollkommene ideale Perſonification der Sinnlichkeit, nicht der gemeinen, dummen, ungezogenen, rohen, ausgearteten, durch die Gewohnheit oder Nothwendigkeit grober Genüſſe verdorbenen Sinnlichkeit, ſondern jener verfeinerten, welche . bei den Sinnen das iſt, was der Atticismus bei dem Geiſt.
Groß war die Unabhängigkeit ihres Charakters. Gewiſſe Zurückſetzungen, welche dem Weib ſeine Stellung in der Ge⸗ ſellſchaft auflegt, empörten ſie, und ſie war entſchloſſen, ſich denſelben zu entziehen. Uebrigens hatte ſie nichts manns⸗ mäßiges. Sie war das weiblichſte Weib, welches man ſich
denken kann, — weiblich in ihrer Anmuth, in ihren Launen, in ihrer blendenden Schönheit, — weiblich in ihrer Schüch⸗ ternheit wie in ihrer Verwegenheit, — weiblich in ihrem Haß gegen die gewaltthätige Herrſchaft des Mannes, wie in dem Bedürfniß, ſich blind für den aufzuopfern, welcher eine ſolche Aufopferung verdiente, — weiblich in ihrem ſcharfen, etwas paradoxen Witz, — weiblich in ihrem verachtenden Spott über gewiſſe hochſtehende oder ſehr geſchmeichelte Männer, welche ſie in dem Salon ihrer Tante getroffen, als ſie mit dieſer zuſammenwohnte.
Nach dieſen Vorbemerkungen führen wir den Leſer bei Adricns vyn Cardoville ein, in dem Augenblick wo ſie aus
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im ſechzehnte
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geſtiegen war. Dieſer reizende Auftritt ſchien eher n Jahrhundert in einem Falaſt zu Florenz ode⸗


