— 118 — ſeyn ſchien, wie ſeine Herrſchaft. Georgette ihrerſeits hüpfte . 6 nach dem Pavillon, um Fräulein Adriana von Cardoville zu
5 benachrichtigen, daß Frau Grivois ſie zum Gartenthürchen habe hereinſchlüpfen ſehen, — oder ſie zu ſehen geglaubt habe.
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Achtzehntes Kapitel. * 6 Die Toilette Adrianals⸗
Etwa eine Stunde war vergangen, ſeitdem Frau Gri⸗ vvis Fräulein Adriana von Cardoville in den Pavillon des Hötels St. Dizier hatte zurückkehren ſehen, oder zurückkeh⸗ ren zu ſehen geglaubt hatte.
um die Ungewöhnlichkeit der folgenden Erſcheinungen be⸗ greiflich zu machen (nicht um ſie zu entſchuldigen), müſſen einige hervorſtechende Seiten des Charakters des Fräuleins von Cardoville geſchildert werden. Die Originalität dieſes Charakters beſtand in einem vollkommen unabhängigen Sinn, verbunden mit einem natürlichen Abſcheu vor dem Häßlichen und Widerwärtigen und einem unabweislichen Bedürfniß, ſich mit Allem zu umgeben, was ſchön und anziehend war⸗ Kein Maler, der eine reiche Farbengebung, kein Bildhauer, der vollkommene Formen liebt, konnte inniger, als Adriana, die Begeiſterung empfinden, welche der Anblick vollendeter Schönheit in beſſeren Naturen erweckt. Und nicht bloß die Luſt ihrer Augen mochte das Mädchen gern befriedigen, auch die Modulationen des Geſangs, die Melodie der Inſtrumente und der Wohlklang der Verſe bereiteten ihr Augenblicke des Entzückens. Dagegen eine gellende Stimme, ein mißtönen⸗ der Lärm machten auf ſie denſelben widrigen, faſt ſchmerz⸗ lichen Eindruck, wie der Anblick eines häßlichen Gegenſtandes⸗ Eben ſo leidenſchaftlich wie Muſik und plaſtiſche Schönheit, liebte ſie Wohlgerüche und duftende Blumen. Und ſollen wir den Gräuel geſtehen? Adriana war lecker u vußte
beſſer, als irgend jemand, das friſche Fleiſch eine Frucht, den feinen Wohlgeſchmack eines gutgekochte
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