—
Bologna, als zu Paris in der Vorſtadt St. Germain im
Schule beſitzen.
Toilettengeräthe von Perlmutter, Schildkröte und Elfenbein
———
— 150 —
Februar 1832 vorzugehen. Um ihn gehörig zu ſchildern, müßte man die lebhafte Farbengebung der venetianiſchen
Das Toilettenzimmer Adriana's war eine Art kleiner Tem⸗ pel, der zum Dienſt der Schönheit errichtet zu ſeyn ſchien, aus Dankbarkeit gegen Gott, der dem Weib ſo viel Reize ₰ verliehen hat, nicht, auf daß es dieſelben vernachläſſige oder mit Aſche bedecke, oder durch ein ſchmutziges, härenes Ge⸗ wand verderbe, ſondern auf daß es dieſelben mit dem Zau⸗ ber der Anmuth, mit dem Glanz des Putzes umgebe und das Gotteswert vor Aller Angen verherrliche. In dies halbkreis⸗ förmige Gemach fiel das Licht von Süden durch ein Dop⸗ pelfenſter, wie man ſie verſtändiger Weiſe den Deutſchen nachgeahmt hat. Die dicke Umfangsmauer des aus gehaue⸗ nen Steinen erbauten Pavillon machte, daß die Fenſteröff⸗ nung ſehr tief war. Außen war dieſelbe durch einen Rah⸗ men mit einer einzigen großen Scheibe geſchloſſen, und in⸗ wendig durch ein mattes Spiegelglas. Zwiſchen dieſen bei⸗ * den Gläſern war ein Raum von etwa drei Schuh Tiefe. In dieſem ſtand ein Kaſten mit Haideerde, aus welchem Schlingpflanzen ſich an dem Spiegelglas emporrankten, und um daſſelbe ein dickes Gewinde von Blättern und Blumen bildeten. Die Wände bedeckten Vorhänge von granatrothem Damaſt mit etwas helleren Arabesken, und über den Fußbo⸗ den war ein gleichfarbiger dicker Teppich gebreitet. Auf die⸗ ſem dunklen Grund hoben ſich alle Farben der Bekleidung trefflich hervor.
ünter dem Fenſter befand ſich der Putztiſch Adriana's, ein Meiſterſtück der Goldarbeiterkunſt. Auf einer breiten Tafel von Laſurſtein ſtanden Büchſen von vergoldetem Silber mit koſtbar emaillirten Deckeln, Flacons von Bergkryſtall, andere
mit geſchmackvollen Goldverzierungen. Ein ovaler, in Zapfen ſich drehender, Spiegel war, ſtatt mit einem eiſelirten Gold⸗ rahmen, mit natürlichen, jeden Tag erneuerten Blumen um⸗ geben und ward von zwei großen, ſilbernen Figuren, von antiker Reinheit, getragen. Zu beiden Seiten des Putztiſches ſtanden auf dem Teppich zwei große, japaniſche Vaſen, blau,


