terin zu äußern, deren Namen man nur auf den Knien aus⸗ ſprechen ſollte.“
„Jedoch, wenn man ein böſes Maul haben wollte — —“
„Sie unterſtehen ſich — —?“
„Nicht ſpäter als geſtern Abend halb Zwölf — —“
„Geſtern Abend?“
„Hat ein Miethwagen einige Schritt von dem großen Hötel angehalten, und eine geheimnißvolle Perſon, in einen Mantel gewickelt, iſt ausgeſtiegen, hat behutſam, nicht an der Thür, ſondern am Fenſter des Hausmeiſters geklopft — und um ein Uhr Morgens hielt der Miethwagen noch in der
Straße und wartete auf die geheimnißvolle Perſon im Man⸗
tel, welche zweifelsohne während dieſer ganzen Zeit den Na⸗ men der Frau Fürſtin auf den Knien ausſprach.“
Sey es, daß Frau Grivvis nichts von dem Beſuch wußte, den Rodin, ſobald er die Ankunft von Simon's Töchtern in Paris erfahren, der Fürſtin abgeſtattet hatte, oder ſey es, daß ſie ſich das Anſehen geben ſollte, als wüßte ſie nichts da⸗ von, — genug, ſie zuckte verächtlich die Achſeln und ſprach: „Ich weiß nicht, was Sie wollen, Mamſell. Ich bin nicht hierhergekommen, Ihre impertinenten Poſſen anzuhören. Noch⸗ mals — wollen Sie mich bei Fräulein von Cardoville einführen?“ „Ich wiederhole Ihnen, Madame: mein Fräulein ſchläft und hat mir verboten, vor Mittag ihr Zimmer zu betreten.“
Plötzlich ſtreckte Frau Grivois die Hand nach einer Baum⸗ gruppe aus, welche kreuzweis gepflanzt, vor der Halle den Schluß einer langen Allee bildete. „Iſt's möglich?“ rief ſie. „Was hab' ich da geſehen?“
„Nun, was haben Sie denn geſehen?“ fragte Georgette ſich umwendend. „Wen — — ich geſehen habe — —2“ ſtammelte Frau Grivvis.
„Ja, wen?“
„Fräulein Adriana!“
„Und wo?“ „Ich habe ſie raſch die Stufen der Halle hinaufſteigen ſe⸗ hen. An ihrem Gang, ihrem Hut, ihrem Mantel, häb' ich ſie erkannt. Um acht Uhr Morgens nach Haus zu kommen
Es iſt unerhört!“
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