Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

—

Dagobert ſah ſeinen Sohn n an und ſagte: „Woher konnte der Herr meine bevorſtehende Ankunft in Phoſeviſſen 2“

„Vielleicht,“ meinte Agricola, „iſt das der Notär, an den Du die Papiere geſchickt haſt, und deſſen Name Dir ent⸗ fallen war.“

„Nein,“ ſagte Dagobert, „der heißt nicht Durand, und ich weiß gewiß, daß er Notar zu Paris iſt und nicht zu Char⸗ tres. — Aber freilich, wenn er wichtige Papiere hat, die er nur mir überliefern darf — —“

„Ich glaube, Du mußt auf der Stelle abreiſen,“ ſagte Agri⸗ evla, der ſich faſt Glück wünſchte, ſeinen Vater entfernt zu wiſſen für die nächſten Tage, in welchen ſein Schickſal ſich auf eine oder die andere Art entſcheiden mußte.“

„Dein Rath iſt gut.“ ſagte Dagobert.

„Nicht wahr, das durchkreuzt Ihre Abſichten?“ fragte Gabriel.

„Ein wenig, liebe Kinder; denn ich hatte darauf gerechnet, meinen Tag mit Euch zuzubringen. Aberdie Pflicht geht Allem vor. Ich bin aus Sibirien nach Paris gekommen, und da darf ich denn wohl nicht Anſtand nehmen, einen Sprung von Paris nach Chartres zu machen, wenn es eine wichtige Angelegen⸗ heit gilt. In zweimal vierundzwanzig Stunden bin ich zu⸗ rück. Es iſt aber doch ſonderbar! Der Teufel ſoll mich ho⸗ len, wenn ich mir habe träumen laſſen, daß ich Euch heute verlaſſen ſollte und nach Chartres reiſen! Glücklicher Weiſe laſſ ich Roſa und Blanea bei meiner guten Frau; und ihr Gabriel, wie ſie ihn nennen, wird ihnen Geſellſchaft eiſten.“

„Das wird mir leider unmöglich ſeyn,“ ſagte der Miſſionär betrübt. „Dieſer Beſuch des Wiederſehens bei meiner guten Mutter und bei Agricola iſt auch ein Abſchiedsbeſuch.“

„Wie? Ein Abſchiedsbeſuch?“ fragten Dagobert und Agricvla.

„Leider ja!“

„Schon wieder auf eine neue Miſſion?“ ſagte der Alte. „Das iſt nicht möglich!“

„Ich kann Euch nichts darüber ſagen,“ erwiederte Gabriel, einen Seufzer unterdrückend. „Aber für einige Zeit kann und darf ich nicht wieder in dies Haus kommen.“ „Höre, liebes Kind,“ ſagte Dagobert, „ich finde in Dei⸗ nem Benehmen etwas, das auf Zwang und Unterdrückung