ſchließen läßt. Ich kenne die Menſchen. Der, welchen Du Deinen Vorgeſetzten nennſt, und den ich nach dem Schiff⸗ bruch einige Augenblicke auf dem Schloß Cardoville geſehen, hat ein bösartiges Geſicht und es iſt mir meiner Seele leid, d5 in der Compagnie eines ſolchen Hauptmanns ſtehen zu ehen.“
„Auf dem Schloß Cardoville?“ fragte erſtaunt Agricola. „Alſo auf dem Schloß Cardoville habt Ihr nach dem Schiff⸗ bruch Aufnahme gefunden?“
„Ja mein Junge. Was findeſt Du ſonderbares daran?“
„Richts, lieber Vater. Wohnen die Eigenthümer auf dem Schloß?“
„Nein. Der Verwalter, den ich darnach gefragt habe, um mich bei ihnen für die gute Aufnahme zu bedanken, ſagte mir, die Perſon, der das Schloß gehörte, wohne zu Paris.“
„Welches Zuſammentreffen!“ dachte Agricola. „Wie, wenn das Fräulein Eigenthümerin des Schloſſes wäre, das ihren Namen führt!“ Dabei fiel ihm das der Mayeux gegebene Verſprechen ein. „Vater,“ ſagte er, „es iſt ſchon ſpät, und um acht Uhr ſoll ich in der Werkſtätte ſeyn.“
„Du haſt Recht, mein Sohn. Nun, aufgeſchoben iſt nicht aufgehoben. Alſo, wenn ich wieder von Chartres zurückkomme! Küſſe mich noch einmal und dann lauf!“
Seitdem Dagobert zu Gabriel von Zwang und Unter⸗ drückung geſprochen hatte, war letzterer in Gedanken verloren. Als Agricola ihm die Hand reichte, ſagte er ihm in feierlich ernſtem Ton: „Lieber Bruder, noch ein Wort. Ich war mit deswegen hierher gekommen, um Dir zuſagen, das ich in eini⸗ gen Tagen Deiner bedürfen würde — und auch Ihrer, Vater. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen dieſen Namen gebe.“
„In welchem Ton ſagſt Du uns das?“ rief Agricola.
„Ja“, ſagte Gabriel, „ich werde Rath und Hülfe nöthig haben — von zwei ehrlichen, entſchloſſenen Männern. Ich kahn doch wohl auf euch beide rechnen? — — Zu jeder Stunde, an jedem Tag werdet ihr auf ein Wort von mir kommen?“ .
Dagobert und ſein Sohn ſahen ſich erſtaunt einander an. Dem letzteren ward es ſchwül bei dem Gedanken, daß er im


