Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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der Gaſſe nichts beunruhigendes bemerkt. Aber die Polizei kann jeden Augenblick kommen. Ich bitte Dich um Gottes⸗ willen, mache, daß Du zu Fräulein von Cardoville kommſt. Du haſt keine Minute zu verlieren.“

„Wenn Gabriel nicht gekommen wäre, würd' ich ſchon fort ſeyn,“ erwiederte Agricola. „Wie hätt' ich mir verſagen können, einige Augenblicke bei ihm zu ſeyn!“

„Gabriel iſt hier?“

„Ja, ſeit einer halben Stunde iſt er bei mir und meinem Vater.“

„Wie glücklich werd' ich ſeyn, ihn wiederzuſehen! Wahr⸗ ſcheinlich iſt er gekommen, während ich bei Deiner Mutter nachfragte, ob ſie etwas zu beſorgen hätte für die Mädchen. Aber ſie ſind ſo müde, daß ſie noch ſchlafen. Deine Mutter hat mir dieſen Brief, der eben angekommen iſt, für Deinen Vater gegeben. — Nun, da Du Gabriel geſehen haſt, halte Dich nicht länger auf. Was wäre das für ein Schlag für Deinen Vater, wenn Du vor ſeinen Angen verhaftet würdeſt!“

„Du haſt Recht, liebe Mayeur. Ich muß fort. Bei ihm und Gabriel hatte ich meine Beſorgniſſe vergeſſen.“

„Eile! Wenn das Fräulein Dir den großen Dienſt leiſtet, kommſt Du vielleicht in zwei Stunden, über Dich und die Deinigen beruhigt, zurück.“

„Es iſt wahr. Noch einige Minuten und dann geh' ich.“

„Ich ſtelle mich wieder an die Thür auf die Lauer. Wenn ich etwas ſehe, komm' ich wieder herauf. Aber ſäume nicht.“

„Sey unbeſorgt.“

Die Mayeux eilte die Treppe hinab und Agricola kehrte in ſeine Kammer zurück. „Vater,“ ſagte er, „da ſchickt Dir die Mutter einen Brief, der ihr eben zugekommen iſt.“

„Lies ihn vor,“ ſagte Dagobert.

Agricola las: „Ich höre Ihr Gatte iſt vom General Si⸗ „mon mit einer wichtigen Angelegenheit beauftragt. Sagen „Sie ihm, ſo bald er nach Paris kommt, er möchte auf der „Stelle nach Chartres auf meine Schreibſtube kommen. Ich

„bin beauftragt, ihm, und nur ihm, Urkunden zu über⸗

„liefern, welche für den General unentbehrlich ſind.

„Durand, Notar zu Chartres.“ *