Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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einem faſt gewiſſen Tod entgegen, — allein, mit dem Kreuz in der Hand, um Bruderliebe bei den Wilden zu predigen. Sie nehmen Dich und quälen Dich, und Du erwarteſt den Tod, ohne Klage, ohne Haß, Zorn noch Rachſucht, Worte der Ver⸗ gebung im Munde. Und das geſchieht im Dunkel der Wäl⸗ der, ohne daß man es ſieht oder erfährt, ohne andere Hoff⸗ nung für den Fall Deines Davonkommens, als Deine Wun⸗ den unter Deinem beſcheidenen, ſchwarzen Kleid zu verbergen!“

„Und obendrein,“ bemerkte Dagobert, „thut das arme Kind das alles für den König von Preußen, denn, wie Du ſagſt, ſein Muth und ſeine Wunden werden ſeinen ſchwarzen Rock nie in ein Biſchofskleid verwandeln.“

Lächelnd erwiederte Gabriel: „Ich bin nicht ſo nneigen⸗ nützig, wie ich ſcheine. Eine große Belohnung kann meiner dort oben warten.“

„Davon verſteh' ich nichts,“ ſagte Dagobert, „und darüber will ich mit Dir nicht ſtreiten. Ich behaupte nur, mein altes Kreuz würde wenigſtens eben ſo gut auf Deinen Prieſterrock paſſen, wie auf meinen Soldatenrock.“

„Solche Belohnungen ſind nicht für ſchlichte Prieſter, wie Gabriel,“ bemerkte der Schmied. „O, wenn Du wüßteſt, Vater, wie viel Tugend und wackerer Sinn ſich bei der von der Pfaffenpartei ſogenannten niederen Geiſtlichkein fin⸗ det! wie viel verborgenes Verdienſt, wie viel unbekannte Auf⸗ vpferung bei den von ihren Biſchöfen unter einem eiſernen Joch gehaltenen Landpfarrern! Wie wir, ſind dieſe armen Prie⸗ ſter Arbeiter, deren Befreiung alle edlen Herzen begehren müſſen. Sie ſind Söhne geringer Leute, wie wir, und nütz⸗ lich, wie wir. Möge ihnen Recht werden, wie uns. Du wirſt mir nicht widerſprechen, Gabriel; denn ich weiß, Dein höchſter Wunſch wäre eine kleine Landpfarrei geweſen, weil Du wüßteſt, wie viel Gutes Du da wirken könnteſt.“

„Mein Wunſch iſt ſtets derſelbe geblieben,“ ſagte Gabriel traurig; „aber leider — —“ Und als wollte er ſichteines peinlichen Gedankens entſchlagen und dem Geſpräch eine an⸗ dere Wendung geben, wandte er ſich an Dagobert mit den Worten: „Setzen Sie Ihren Muth nicht auf Kyſten des mei⸗ nigen herab. Ihr Muth iſt gewiß groß;

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der Anblick der niedergemetzelten Menſchen muß entſetzlich ſeyn für ein