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der Wand über dem Tiſchchen, auf welchem Agricola ſeine poetiſchen Eingebungen niederzuſchreiben pflegte. Auf dem Rand des kleinen Bettes ſaß jetzt Pagope, der mit mili⸗ täriſcher Pünktlichkeit bei Tagesanbruch aufgeſtanden war, ſich angekleidet und raſirt hatte, neben ſeinem Sohne und hielt deſſen Hände in den ſeinigen. Agricola, deſſen Beſorgniſſe über ſeine Verwickelung in die Unterſuchung wegen des neu⸗ lichen Complotts ſich durch Nachdenken noch geſteigert hatten, verhehlte dieſelben vor ſeinem Vater. Das Geſicht des Alten ſtrahlte vor Freude. Er konnte nicht müde werden, ſeinen Sohn zu betrachten. „Du wirſt über mich lachen,“ ſagte er; „aber ich habe die Nacht zum Teufel gewünſcht, um Dich am hellen Tag zu ſehen, wie ich Dich jetzt ſehe. Eine andere Narrheit von mir iſt, daß es mich freut, Dich einen Schnurr⸗ bart tragen zu ſehen, Du hätteſt einen prächtigen Grenadier zu Pferd gegeben. Haſt Du nie Luſt gehabt, Soldat zu werden?“
„Und die Mutter?“ entgegnete Agricvla.
„Du haſt Recht. Und zudem glaube ich, die Zeit des Sä⸗ bels iſt vorüber. Wir Alten taugen zu nichts mehr, als
. neben den Ofen geſtellt zu werden, wie ein alter, voſtiger
Karabiner. Wir haben unſere Zeit ausgedient.“
„Ja, Eure Zeit des Heldenmuths und des Ruhms,“ er⸗
Agricola begeiſtert. Und mit Rührung ſetzte er hin⸗ : „Es iſt doch etwas ſchönes und gutes, Dein Sohn ſeyn.“
„Schön — das S ich nicht; gut — das muß wohl ſeyn, denn ich liebe Dich herzinnig. Und wenn ich bedenke, daß es erſt anfängt! Ich bin wie ein Hungriger, der Tage⸗ lang nichts gegeſſen hat. Nur allmählig kommt er wieder zu ſich und genießt. Du kaunſt Dich darauf gefaßt machen, „genoſſen zu werden, mein Junge — Abends und Morgens, alle Tage. Ich darf nicht daran denken. Alle Tagel...
das blendet mich! Alles verwirrt ſich vor meinen Augen.“ 3 Dieſe Worte machten einen ſchmerzlichen Eindruck auf Da⸗ grobert; ſie däuchten ihm, wie ein Vorgefühl der droh
Trennung. „Du biſt alſo glücklich?“ fuhr fort. Hardy iſt alſo ſtets gut gegen Dich?“


