Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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„Willſt Du Licht, Vater?“ fragte Agricola.

„Wozu? Das wäre Lurus. Wir plaudern im Dunkeln. Wenn ich Dich dann morgen bei Tagesanbruch wiederſehe, ſo iſt das, als ob ich Dich zum zweiten Mal zum erſten Mal ſähe.“ .

Agricola machte ſeine Thüre zu und die Mayeux hörte nichts weiter. Das arme Geſchöpf warf ſich in den Kleidern auf das Bett und that die ganze Nacht kein Auge zu. Mit Angſt erwartete ſie den Anbruch des Tages, um über Agri⸗ cola zu wachen. Trotz ihrer lebhaften Beſorgniſſe für den

folgenden Tag, überließ ſie ſich zuweilen ſchwermüthigen Träu⸗

mereien. Sie verglich die Unterredung, welche ſie in der Stille der Nacht mit dem insgeheim von ihr angebeteten Manne gehabt, mit dem, was dieſe Unterredung geweſen ſeyn würde, falls Schönheit des Leibes ihr zu Theil geworden wäre, falls ſie geliebt wäre, wie ſie liebte. Dann aber er⸗ gab ſie ſich in den Gedanken, daß ſie nie die Süßigkeit er⸗ wiederter Liebe ſchmecken dürfe, und fand ihren Troſt in der Hoffnung, ihrem Freund nützlich geweſen zu ſeyn.

Mit Tagesanbruch ſtand die Mayeux auf und ging ſachte die Treppe hinab, um zu ſehen, ob außen nichts den jungen Bandvin bedrohte. .

Sechzehntes Kapitel. D a 3 E 1

Das Wetter, welches am Abend feucht und nebelig gewe⸗ ſen, war gegen Morgen trocken und kalt geworden. Durch das Fenſterchen der Dachkammer Agrievla's bemerkte man ein Stückchen blauen Himmel.

Das Innere dieſer Kammer war eben ſo ärmlich, wie die

Wohnung der Mayeux. Die einzige Verzierung beſtand in dem Bild Béranger's, des unſterblichen Dichters, welchen das Volk liebt und ehrt, weil er es geliebt und aufgeklärt, und ſeinen Ruhm und ſein Unglück heſungen hat. Es hing an