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was verlangen? — von einer Perſon, die man uicht kennt? Das iſt hart!“
„Glaube mir, Agricola,“ ſagte die Maheux, „ich werde Dir nie etwas rathen, was Dich in irgend jemandes Augen herabſetzen kann, und vornehmlich in den Augen dieſer Per⸗ ſon. Es handelt ſich nicht darum, von ihr Geld für Dich zu verlangen, ſondern eine Bürgſchaft, die Dir verſtattet, Deine Arbeit fortzuſetzen, damit Deine Angehörigen nicht brodlos werden. Eine ſolche Zumuthung iſt ehrenvoll von Deiner Seite. Dieſe Dame hat ein edles Herz. Sie wird Dich verſtehen. Die Caution iſt für ſie ſo viel wie nichts; für Dich iſt ſie Alles: das Leben der Deinigen.“
„Du haſt Recht, gute Mayeux,“ ſagte Agricola niederge⸗ ſchlagen. Vielleicht iſt es beſſer, dieſen Schritt zu wagen. Wenn das Fräulein ſich dazu verſteht, mir dieſen Dienſt zu leiſten und wenn eine Caution mich wirklich vor dem Ge⸗ fängniß bewahren kann, dann bin ich auf Alles gefaßt. — — Aber nein!“ ſagte er aufſtehend; „ich habe nicht das Herz, mich an dieſe Dame zu wenden. Mit welchem Recht könnte ich es. Was will der kleine Dienſt, den ich ihr geleiſtet, be⸗ deuten, neben dem, was ich von ihr verlangen ſoll?“
„Glaubſt Du denn,“ fragte das Mädchen, „daß eine edle
Seele die Dienſte, welche ſie leiſten kann, nach denjenigen abmißt, welche ſie empfangen hat? Ich bin nur ein arm⸗ ſeliges Geſchöpf, welches ſich mit niemand vergleichen kann. Ich bin und vermag nichts. Aber ich bin überzeugt, dieſe Dame, welche ſo hoch über mir ſteht, wird in dieſem Fall daſſelbe empfinden, wie ich. Sie wird das ganze Unglück Deiner Lage begreifen, und ſie wird mit Vergnügen das thun, was ich thun würde, wenn ich etwas anders könnte, als mich ohne Erfolg aufopfern.“
Sie ſprach dieſe letzten Worte mit ſo ſchmerzlicher Rührung. Der Vergleich, den die arme, ſchwache, verachtete Unglückliche zwiſchen ſich und der reichen, ſchönen Adriana von Cardoville anſtellte, war ſo erſchütternd, daß Agricola, zu Thränen ge⸗
rührt, ihr die Hand reichte und mit zitternder Stimme ſäßtét „Wie gut biſt Du! Wie edel, verſtändig und zartfühlend!“
„Leider kann ich nur Rath geben!“ ſeufzte ſie. „Und Dein Rath ſoll befolgt werden, gute Magenx. Er


