Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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ihn, der ſo vergnügt eingeſchlafen iſt!“ Troſtlos bedeckte er ſeine Augen mit der Hand.

Die Angſt der Mayeur war nicht übertrieben. Um dieſe Zeit vor und nach dem Complott von der Prouvairesſtraße wurden in Folge einer heftigen Reaction gegen die demokra⸗ tiſchen Beſtrebungen eine Menge vorbeugende Verhaftungen in der Arbeiterklaſſe vorgenommen.

Einige Augenblicke herrſchte düſteres Schweigen in dem Kämmerchen. Plötzlich erröthete die Mayeux. Ein Gemiſch von Schmerz, Verlegenheit und Hoffnung drückte ſich in ihrem Geſicht aus, und ſie rief: „Agricola, Du biſt gerettet!“

„Was meinſt Du?“ fragte Agricola.

„Das ſchöne, gute Fräulein, welches mit ſo viel Zartgefühl ein verletzendes Anerbieten gut zu machen wußte, indem es Dir dieſe Blume da gab, das Fräulein muß ein edles Herz haben. An ſie mußt Du Dich wenden.“

Bei dieſen Worten floſſen zwei große Thränen über die Wangen der Nätherin. Es koſtete ſie viele Mühe, dieſe Worte hervorzubringen. Zum erſten Mal in ihrem Leben empfand ſie eine ſchmerzliche Eiferſucht. Ein anderes Weib war ſo glücklich, dem zu Hülfe kommen zu können, welchen ſie, das arme Geſchöpf, vergötterte.

„Was denkſt Du?“ fragte Agricola verwundert. „Was kann das Fräulein bei der Sache thun?“

„Hat ſie nicht geſagt: Erinnern Sie ſich meines Namens und wenden Sie ſich unter allen Umſtänden an mich?“

„Das iſt wahr,“ erwiederte der junge Mann.

„Dies Fräulein mag bedeutende Perſonen kennen, welche im Stand ſind, Dich zu beſchützen und zu vertheidigen. Gehe morgen früh gleich zu ihr, geſtehe ihr offen, was Dir begeg⸗ net iſt und bitte ſie um ihre Unterſtützung.“

„Aber was ſoll ſie denn eigentlich thun?“

„Ich erinnere mich, daß ſeiner Zeit mein Vater ſagte, er habe die Verhaftung eines ſeiner Freunde verhindert, indem er eine Caution für ihn hinterlegte. Es wird Dir leicht

ſeyn, dies Fräulein von Deiner Unſchuld zu überzeugen. Si ſoll Dir den Gefallen thun, Bürgſchaft für Dich zu leiſte

und dann, glaube ich, haſt Du nichts mehr zu fürchten.“

„Ach, liebes Kind,“ ſagte Agricola, „wie kann man ſo et⸗