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herumgeſchlichen iſt?“ fuhr das Mädchen fort. „Ich komme immer darauf zurück: das iſt nicht von Ohngefähr. Gott! welch ein Schlag für Deinen Vater, für Deine arme Mutter, die nichts mehr verdient! Biſt Du nicht ihre einzige Stütze? Bedenke, was ſollte ohne Dich und ohne Deine Arbeit aus ihnen werden!“
„Wahrhaftig, das wäre ſchrecklich!“ ſagte Agricola, indem er den Brief auf den Tiſch warf. „Was Du mir von Remi ſagſt, iſt richtig. Er war ſo unſchuldig wie ich. Ein Irr⸗ thum der Juſtiz — ohne Zweifel ein unwillkürlicher, bleibt
immer verderblich. Aber man verhaftet nicht einen Menſchen,
ohne ihn anzuhören.“
„Erſt verhaftet, dann verhört man ihn. Und nach zwei oder drei Monaten ſetzt man ihn in Freiheit. Und wenn er Weib und Kind hat, die von ſeiner täglichen Arbeit leben ſollen, was machen dieſe während er gefangen ſitzt? Sie hungern, frieren und jammern.“
Agricvla erbebte. „Ein Monat ohne Arbeit!“ ſagte er mit beſorgter Miene. „Und meine Mutter! Und mein Vater! Und dieſe beiden Mädchen, welche zu unſerer Haushaltung gehören, bis ihr Vater oder ihr Großvater zurück gekommen ſind! Du haſt Recht. Dieſer Gedanke erſchreckt mich.“
„Agricola,“ ſagte die Mayeux, „wenn Du Dich an Herrn Hardy wendeteſt? Er iſt ſo gütig, ſo geachtet, daß das Anerbieten ſeiner Bürgſchaft die gerichtliche Verfolgung be⸗ ſeitigen würde.“
„Leider,“ erwiederte der junge Mann, „iſt Herr Hardy nicht hier. Er iſt mit dem Vater des Marſchalls Simon verreiſt.“ Er ſchwieg und ſuchte ſeine Furcht zu bekämpfen. Etwas beruhigt, ſagte er: „Nein, ich kann den Inhalt dieſes Briefs nicht glauben. In jedem Fall will ich abwarten, was kommt. Es bleibt mir dann der mögliche glückliche Fall, in einem erſten Verhör meine Unſchuld zu beweiſen. Verſtecke ich mich, ſo hört meine Arbeit ja eben ſo gut auf, wie wenn
ich im Gefängniß bin.“
„Ach! das iſt freilich wahr,“ ſagte die Rathgeberin. „Gro⸗ ßer Gott! was iſt da zu machen?“
„Ach, mein guter Vater!“ ſeufzte Agricola. „Wenn das Unglück morgen einträfe! Welch ein Erwachen wäre das für


